Die Sächsische Bodencreditanstalt, Frankfurt/Main, besitzt gegenwärtig noch einen Emissionsspielraum für 70 Millionen DM Pfandbriefe. Damit hofft sie im fünften aktiven Jahr nach der Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes in der Bundesrepublik auszukommen. Mit einer Kapitalerhöhung ist deshalb vorerst nicht zu rechnen, wohl aber wieder mit einer "angemessenen" Dividende. Ob das im Falle Sachsenboden mehr als die für 1963 ausgeschütteten 8 (5) Prozent heißt, vermag man heute noch nicht zu übersehen. Mehr als bei anderen Instituten muß die Anreicherung der Reserven im Vordergrund stehen, die allerdings mit 7 Millionen neben einem Aktienkapital von 7,5 Millionen schon recht stattlich aussehen. Sicher ist jedoch, daß Sachsenboden bisher wenig Gelegenheit hatte, die stillen Reserven so anzureichern, wie dies bei den anderen Realkreditinstituten der Fall ist, die "von Anfang an" im Geschäft sind.

In letzter Zeit hat die Bank erstaunliche Erfolge erzielt. Mit einem Neuabsatz von 21 Millionen Pfandbriefen und Kommunalobligationen in den ersten drei Monaten des neuen Jahres kann sie sich sehen lassen. Verbindlich sind 26 Millionen Darlehen zugesagt. Zu berücksichtigen ist, daß dieses Ergebnis im heftigen Wettbewerb erzielt wurde, und zwar nicht nur gegen jene Institute, die sich im Passiv-Geschäft vorwiegend auf billige Spareinlagen stützen können, sondern auch gegen alle anderen Hypothekenbanken, die einen fest etablierten Marktanteil besitzen, den sich Sachsenboden erst wieder erobern muß.

Im Geschäftsbericht wird betont, daß man keine Geschäftsausweitung um jeden Preis betrieben habe. So wurden keine Industriedarlehen gewährt. Bei sonstigen gewerblichen Beleihungen ist Zurückhaltung geübt worden. – ndt.