Aus dem Beschluß des ZK der KPdSU vom Februar: "Die chinesischen Führer haben sich von der Leninschen Linie der kommunistischen Weltbewegung in allen grundlegenden Fragen der Strategie und Taktik abgewandt und ihren eigenen Kurs verkündet, in dem sich kleinbürgerliches Abenteurertum und Großmachtchauvinismus paaren. In einer Reihe von Fragen sind sie auf trotzkistische Positionen abgeglitten. Die Führung der KP Chinas versucht, der kommunistischen Weltbewegung ihre besondere ideologische Plattform aufzuzwingen."

Aus dem Referat des Parteiideologen Suslow: "Nach dem Schema der chineschen Theoretiker ergibt sich, daß derjenige, der für den Frieden und für die Verhinderung eines Weltkrieges kämpft, gegen die Revolution ist und den revolutionären Kampf behindert. Weit verbreitet werden Aussprüche Mao Tse-tungs wie: ‚Wir brauchen keinen Krieg, aber der Krieg ist nur durch den Krieg zu vernichten. Wenn du willst, daß es keine Gewehre mehr gibt – greif zum Gewehr.‘ Offenkundig mit ihrer Unbesonnenheit auftrumpfend, versichern sie, die Atombombe sei ein ‚Papiertiger‘.

Gemäß dieser, dem elementaren Verstand widersprechenden Logik versuchte Mao Tse-tung auf der Moskauer Beratung von 1957 nachzuweisen, der Kampf um den Sozialismus könne durch einen thermonuklearen Weltkrieg sogar nur gewinnen. ‚Kann man voraussehen‘, sagte er, ‚welche Mengen an Menschenopfern ein kommender Krieg erfordern kann? Möglicherweise wird das eh Drittel der 2,7 Milliarden zählenden Erdbevölkerung sein, d. h. nur 900 Millionen Menschen... Ich habe mit Nehru über diese Frage gestritten. Er ist in dieser Hinsicht pessimistischer als ich. Ich habe ihm gesagt, wenn die Hälfte der Menschheit vernichtet wird, bleibt immer noch eine Hälfte übrig, dafür wird aber der Imperialismus vollständig vernichtet, und auf der Welt wird es nur noch den Sozialismus geben, und in einem halben Jahrhundert oder in einem ganzen Jahrhundert wird die Bevölkerung wieder herangewachsen sein. Tschen Ji sprach davon, daß China um jeden Preis Atomwaffen entwickeln wird, selbst wenn es dafür ohne Hosen bleibt.

Im Lichte des praktischen Handelns der chinesischen Führer wird der wahre politische Sinn der von ihnen verkündeten Losung besonders deutlich, die da heißt: ‚Der Ostwind wird über den Westwind siegen‘. 1960 wurde diese Losung entschieden kritisiert, weil sie nationalistisch ist, weil sie den Klassenstandpunkt gegen einen geographischen oder gar einen Rassenstandpunkt austauscht."

Die chinesischen Politiker greifen die KPdSU wegen der Hebung des Volkswohlstandes an. Die Verbesserung des Lebens der Sowjetmenschen bezeichnen sie als ,Verbürgerlichung’, das Prinzip des materiellen Anreizes führe ‚zur Jagd der Menschen nach persönlichen Vorteilen, zur Raffgier, zur Gewinnsucht, zum Wachstum des bürgerlichen Individualismus, zur Schädigung der sozialistischen Wirtschaft und sogar zu deren Zersetzung‘. Hinter solchen marktschreierischen Worten verbirgt sich doch nur eine abgrundtiefe Mißachtung der Lebensbedürfnisse des Menschen, der Prinzipien und Ideale der sozialistischen Gesellschaft."