Später haben noch weitere Regierungen, die nicht Signatare des Haager Abkommens waren, der BIZ dieselben Privilegien zugestanden. Gegenüber dem Federal Reserve System und dem Schatzamt der USA hat sie dieselben Rechte wie eine Zentralbank, insbesondere hinsichtlich des Ankaufs und Verkaufs von Gold.

Die Geschäfte der Bank werden durch einen Verwaltungsrat geführt, dem die jeweiligen Präsidenten der Gründerbanken sowie einige von diesen ernannte Persönlichkeiten aus der Wirtschaft angehören, weiterhin die Zentralbankpräsidenten der Niederlande, Schwedens und der Schweiz. Der Verwaltungsrat wählt aus seiner Mitte einen Präsidenten; seit 1958 übt Dr. M. W. Holtrop, Präsident der Niederländischen Zentralbank, diese Funktion aus. Die Bundesrepublik wird im Verwaltungsrat durch Bundesbankpräsident Karl Blessing (als Nachfolger von Präsident Dr. Vocke) und dem Hamburger Bankier Dr. Rudolf Brinkmann repräsentiert. Der Generaldirektor der Bank wird traditionell von Frankreich gestellt; seit 1963 ist es M. Gabriel Ferras.

Von den Abteilungen der Bank hat sich die Währungs- und Wirtschaftsabteilung durch ihre sorgfältigen Konjunktur- und Marktanalysen einen besonderen Ruf erworben. Das ist vor allem auf die Tätigkeit von Per Jacobsson zurückzuführen, der von 1931 bis 1956 diese Abteilung leitete, ehe er als Präsident des Internationalen Währungsfonds nach Washington berufen wurde. Gegenwärtig wird die Abteilung von Dr. Milton Gilbert geführt.

Schon bald nach der Gründung der BIZ trat ein wesentlicher Wandel in ihren Aufgaben ein. Sie war ja – wenn man das Wort in Basel heute auch nicht mehr gern hört – als „Reparationsbank“ geplant worden. So hatte sie die im Young-Plan vereinbarten Zahlungen des Deutschen Reiches entgegenzunehmen und an die Alliierten zu verteilen.

Schon das Jahr 1931 brachte bedeutsame Veränderungen. Die Finanzkrise im Mai, das Hoover-Moratorium vom 20. Juni, durch den der Young-Plan ausgesetzt wurde, und die Lösung des Pfundes vom Goldstandard im September 1931 (die eine weltweite Abwertungswelle auslöste), entzogen der BIZ weitgehend die Grundlage ihrer Tätigkeit. Die Konferenz von Lausanne im Juni 1932 führte zwar zu keiner endgültigen Regelung der deutschen Kriegsschulden, bedeutete aber faktisch das Ende der Reparationszahlungen.

Mangels anderer ertragbringender Möglichkeiten hatte die BIZ seit 1930 erhebliche Beträge – zeitweise bis zu 450 Millionen Franken – in Deutschland angelegt, was durchaus nicht immer den Wünschen der Reichsregierung entsprach. Unter diesen Mitteln waren zum Beispiel auch 125 Millionen Reichsmark, die der Generalagent für Reparationszahlungen, Parker Gilbert, beim Auslaufen des Dawes-Planes der BIZ zur Verteilung an die Reparationsgläubiger übergeben hatte. Diese Transaktionen sind bis zum heutigen Tage noch nicht endgültig geregelt.

Zur Überwindung der schlimmsten Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise wurde 1931 eine Reihe von Stützungsaktionen eingeleitet, an denen die BIZ beteiligt war. Aber der Verfall der Währungsordnung und die allgemeine Devisenzwangswirtschaft engte auch diese Möglichkeiten stark ein, so daß sich die Bank – was sie nach den Statuten durfte – stärker bei der Abwicklung internationaler Finanzgeschäfte einschaltete.