Rolf Hochhuths "Stellvertreter" in sechs Inszenierungen auf sechs deutschen Bühnen

Von Johannes Jacobi

Die Diskussion um den "Stellvertreter" von Rolf Hochhuth war schon beinahe beencet, als die ersten Aufführungen des Theaterstücks in der Bundesrepublik einsetzten. Gesehen hatten es zunächst nur die Besucher des Freien Volksbühnentheaters in Westberlin.

Die anderen, die eifrig mitdebattierten, hatten den Text nur gelesen.

In der Form, wie er als Buch ein Bestseller geworden ist, läßt er sich jedoch nicht spielen. Noch nirgends ist das Stück bisher in vollem Umfang aufgeführt worden.

Eine Frage blieb also offen: Was werden die deutschen Bühnen mit Hochhuths Manuskript anfangen, wenn sie es endlich alle spielen dürfen?

Seit Erwin Piscators Uraufführung einer Auswahl von sechs aus neun Szenen will der "Stellvertreter" als "ein christliches Trauerspiel" verstanden werden. Auf jeden Fall handelt es sich um einen Text, der Theater werden will.