Kletterpartie gleich nach der Geburt

Kleine Känguruhs kommen gewissermaßen zweimal zur Welt. Sie werden schon nach kurzer Tragzeit noch völlig unentwickelt geboren und vollenden ihre Entwicklung im Beutel am Bauch der Mutter. Nach etwa acht Monaten verlassen sie den Beutel zum erstenmal. Bis jetzt war unklar, wie die Känguruh-Embryonen, die bei der Geburt kaum zwei Zentimeter groß sind und weniger als ein Gramm wiegen, in den Beutel der Mutter gelangen.

Die Zoologen hatten verschiedene Theorien entwickelt. Einmütigkeit herrschte jedoch darüber, daß die Mutter dem unentwickelten Kleinen irgendwie in den Beutel hilft. Diese Ansicht ist falsch, erklärten jetzt der australische Zoologe G. B. Sharman und seine Kollegin Phyllis Pilton, nachdem sie fünf Geburten von roten Känguruhs beobachtet hatten.

Die australischen Forscher sahen, wie die winzigen Tiere sofort nach der Geburt einen unerwarteten Kraftakt ausführten. Mit ihren relativ weit entwickelten Klauen kletterten sie im Fell der Mutter ohne jegliche Hilfe zum Beutelrand empor und verschwanden im Beutel. Sie benötigten für den Weg etwa drei Minuten.

Pflanzen am Südpol

Mehrere Tausend Jahre alte Flechten hat der deutsche Botaniker Professor Gerhard Follmann in der Antarktis entdeckt. Follmann, der als Ordinarius für Botanik an der Universität von Chile in Santiago arbeitet, studierte die Pflanzenwelt des vereisten Südkontinents auf der 17. Chilenischen Antarktis-Expedition 1962/63.