Bei dem großen Interesse vieler Reisender an Ferienwohnungen erscheint das erste Urteil eines Amtsgerichts in einem Rechtsstreit aus diesem Bereich beachtenswert, das die Zeitschrift "Der Fremdenverkehr" in Heft 5, 1964 veröffentlichte. folgender Sachverhalt lag dem Prozeß zugrunde: Ein Kunde mietete durch Vermittlung eines Reisebüros für die Zeit vom 12. bis 26. August 1961 eine Ferienwohnung, tätigte eine Anzahlung, trat jedoch die beabsichtigte Reise nicht an, sondern reiste am 11. August an einen anderen Ort. Das Reisebüro verlangte daraufhin von dem Kunden die restliche Summe, weil die vermittelte Ferienwohnung in der vereinbarten Zeit leer stand.

Der Kunde machte geltend, daß er trotz mehrfacher Anfragen beim Reisebüro – zuletzt Ende Juli 1961 – bis zum 10. August die Reiseunterlagen nicht erhalten habe; erst am 11. August wurde ihm telegrafisch mitgeteilt, daß sie zur Verfügung stünden. Trotzdem wurde dem Beklagten auferlegt, entsprechend den Vertragsbedingungen den Restbetrag der vereinbarten Miete zu zahlen.

Wie es in der Entscheidung heißt, hätte der Kunde, ehe er sich zu einer anderen Reise entschloß, dem Reisebüro rechtzeitig sagen müssen, daß er nach Ablauf einer angemessenen Frist von dem Vertrag zurücktrete. Die vermittelnden Reisebüros müssen sich darauf verlassen können, daß ihre Kunden auch die beantragte Reise wirklich antreten und die vermittelte Unterkunft in Anspruch nehmen. Mit Rücksicht auf den großen Betrieb während der Urlaubszeiten ist es Pflicht der Kunden, das Reisebüro dadurch zu unterstützen, daß sie eine angemessene Zeit vorher sich davon überzeugen, ob die Unterlagen auch eingegangen sind. Es würde gegen Treu und Glauben verstoßen, wenn die Kunden nicht rechtzeitig vorher dem Reisebüro eine Frist setzten und darauf hinwiesen, daß die vermittelte Reise nicht angetreten würde, wenn nicht bis zu einem bestimmten Termin die Unterlagen eingegangen wären. D. Z.