Spanischer Stolz und holländische Dickköpfigkeit forderten letzte Woche, Arm in Arm, Volk und Königreich der Niederlande abermals in die Schranken. Es begann mit einer Auseinandersetzung im Hause Oranien: Prinzessin Irene und ihr Verlobter Prinz Carlos Hugo von Bourbon-Parma verlangten eine Mitgift von rund hundert Millionen Mark und eine glanzvolle Ausstattung der Hochzeit, wie es einem spanischen Thronprätendenten geziemt. Königin Juliana war für soviel Pomp nicht zu haben. Prinz Carlos wünscht außerdem 1. eine Erlaubnis für Irene, im Mai bei einer Karlistendemonstration in Spanien aufzutreten; 2. wollte er trotz französischen Passes als Spanier gelten und 3. ersuchte er um offizielle Anerkennung seiner Thronansprüche.

Behutsam versuchte Ministerpräsident Victor Marianen ihm klarzumachen, daß sich Mitglieder der königlichen Familie nicht in die Politik einmischen dürfen. Marijnen erbat Dokumente, aus denen die spanische Nationalität des Prinzen von Geburt an ersichtlich sei. Wegen einer Anerkennung der Thronansprüche befragte er einen Kabinettssonderausschuß, der wegen seiner Aufgaben "Brigade Irene" genannt wird. Die Brigade winkte ab.

Prinzessin Irene war empört. Knapp vier Stunden vor Abflug ihrer Eltern zu einem Staatsbesuch in Mexiko sagte sie ihre Teilnahme ab, da sie schon jetzt politisch für die Sache ihres Verlobten tätig sein wolle. Sie verzichtete deswegen sogar darauf, ihre Freundin, eine Tochter des mexikanischen Präsidenten Lopez,

Zwischen Liebe und Politik: Irene

wiederzusehen. Vielleicht wäre sie noch zusammen mit Carlos geflogen, aber seine Anwesenheit hätte Demonstrationen spanischer Emigranten in Mexiko provoziert.

Die Regierung im Haag, die sich vor der Prinzessin distanzierte, geriet in Sorge, weil Kronprinzessin Beatrix dieselbe Maschine nach Mexiko benutzte wie ihre Mutter. Nicht auszudenken, beider wäre etwas zugestoßen. Bis zur Hochzeit sind nämlich Irenes Thronfolgerechte noch gültig.