frißt Nubien. Seit Jahrtausenden hat dieser Fluß zu seiner Beruhigung Opfer gefordert: Früchte, Tiere und Menschen. 1964 heißt das Opfer Nubien: In drei Jahren sollen 50 000 Menschen bei Kom Ombo angesiedelt werden. Im Sudan wird von Wadi Haifa bis Dongola geräumt. Der Nil wird südlich des neuen Assuan-Hochdammes einen See von 455 Kilometer Länge (einer Strecke von Berlin bis München) und 25 Kilometer Breite bilden und Nubien mit seinen Dörfchen, Städten, Festungen und Tempeln, soweit sie nicht gerettet wurden, überflutet haben. Zur Stunde arbeiten noch Wissenschaftler und Techniker aus Dutzenden von Ländern an der Rettung der Kunstwerke, vor allem des Felsentempels von Abu-Simbel; ägyptische Beamte sorgen für die abziehende Bevölkerung. Die Nubier müssen das Opfer bringen für den uralten ägyptischen Traum: die endgültige und vollkommene Nutzbarmachung des Stromes. Das Bild zeigt die Nillandschaft in der Nähe von Abu-Simbel.

Aufnahme: Wolf Krabel