Zwischen Weser und Ems an über 150 Plätzen." Mit diesem Slogan wirbt die größte private regionale Geschäftsbank im Land Niedersachsen, die Oldenburgische Landesbank AG, Oldenburg (Oldb.). Insgesamt 169 Niederlassungen besitzt das Institut nun schon, nachdem im vergangenen Jahr zehn Geschäftsstellen (neun im Jahr 1962) errichtet wurden. Nicht alle diese "Eckpfeiler des Spargeschäftes" sind hauptamtlich geleitet. 43 Geschäftsstellen sind nebenamtlich besetzt, wie das heute noch, wenn auch in abnehmendem Maße – und nicht im Oldenburger Raum – bei den ländlichen Kreditgenossenschaften in großen Teilen Deutschlands der Fall ist.

Die Oldenburgische Landesbank, an der die Dresdner Bank mit 25,1 Prozent, das Land Niedersachsen mit 14,4 Prozent und die Staatliche Kreditanstalt Oldenburg-Bremen mit 16,9 Prozent beteiligt sind, beschreitet mit dem Ausbau ihres Geschäftsstellennetzes seit Jahrzehnten einen konsequenten Weg: 1868 gegründet, blieben die Geschäfte rund 30 Jahre auf die Stadt Oldenburg beschränkt, ehe die ersten Anteil von 45 Prozent an der Bilanzsumme, die mit einem Wachstum von 14,3 Prozent auf 546 Millionen Mark erstmals die halbe Milliarde überschritt. Das breite Niederlassungsnetz hat erheblichen Anteil am Geschäft: Fast 44 Prozent aller Spareinlagen stammen heute schon – wie der Vorstandsvorsitzende Dr. Berning vor der Presse betonte – von den 130 Geschäftsstellen, die überwiegend auf dem dünnbesiedelten Lande betrieben werden. Das scheint auch der Grund dafür, daß die Bank relativ viele Mitarbeiter beschäftigt: Bei 1107 Betriebsangehörigen errechnet sich ein Anteil je Person an der Bilanzsumme von 493 000 Mark (Großbankendurchschnitt: etwa 735 000 Mark).

Auch das Kreditvolumen der Bank verlief 1963 bei einer Ausweitung um 13,7 Prozent zufriedenstellend. Nach wie vor ist der Handel der größte Kreditnehmer. Das läßt eine der zahlreichen Statistiken erkennen, die die Bank freimütig publiziert.

Dem Vorstand darf man wegen dieser Publizitätsbereitschaft ein Kompliment machen. Der Geschäftsbericht ist nicht nur für Kenner des Bankwesens eine Fundgrube, weil Spareinlagen und Kredite exakt aufgegliedert werden. Der zu Unrecht als lyrischer Teil bezeichnete erste Abschnitte über die Wirtschaftsentwicklung im Norden Niedersachsens ist ebenfalls sehr instruktiv und unterscheidet sich gänzlich von den üblichen volkswirtschaftlichen Betrachtungen in Jahresberichten. Denn er gibt zuverlässig Auskunft und Anregungen über ein landwirtschaftliches Problemgebiet im Nordwesten Deutschlands.

Auch über die Ertragslage werden die rund 40 Prozent freier Aktionäre ausführlich unterrichtet. Der Gewinn ist mit 1,75 Millionen um 350 000 Mark höher ausgewiesen als im Vorjahr, weil eine wiederum 14prozentige Dividende auf das von 10 auf 12,5 Millionen Mark erhöhte Aktienkapital zu zahlen ist. Die Rücklagen erhalten mit 1,5 Millionen Mark mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr, nämlich 1,5 statt 0,7 Millionen Mark. Eine halbe Million davon stammt aus dem Aufgeld von 20 Prozent der Kapitalerhöhung. W. W.