Der Umsatz der Metallgesellschaft ging zurück

Die Aktionäre der Metallgesellschaft AG, Frankfurt, – der größte unter ihnen ist die Schweizerische Gesellschaft für Metallwerte, Zürich, die 16,7 Prozent der 140 Millionen DM Kapital hält – bekommen für 1962/63 (30. 9.) unverändert 23,8 Millionen DM oder 17 Prozent Dividende. Viel mehr, nämlich schätzungsweise zwischen 30 und 35 Millionen DM hat das Unternehmen in Forschung und Entwicklung gesteckt. Legt man nur den Umsatz der Muttergesellschaft von 1,32 (i. V. 1,44) Milliarden DM zugrunde und nicht den des Konzerns, der sich um 6,6 Prozent auf 1,97 Milliarden vermindert hat, dann sind das freilich nur rund 2,5 Prozent des Umsatzes und nicht, wie sonst in den Chemie üblich, etwa 5 Prozent. Indes wird etwa die Hälfte der Umsätze vom Metallhandel bestritten, der – stark schwankend – am Telephon abgewickelt wird, von den Metallpreisen abhängt, eine geringe Spanne hat und die Ertragsrechnung nur mäßig beeinflußt. Im laufenden Jahr bewirkte, so hört man, der Metallhandel bisher eine erhebliche Umsatzsteigerung.

Der Schwerpunkt von Forschung und Entwicklung liege abermals bei den Laboratorien im Hause und bei den Lurgi Gesellschaften. Im technischen Sekretariat der Gesellschaften arbeiten 200 Chemiker und Physiker. Metallbearbeitungsverfahren nehmen naturgemäß einen breiten Raum ein. Auch die Chemie kommt mit Arbeiten auf dem Gebiete der Kunststoffe zu kurz.

Im Bericht ist viel von Zufälligkeiten die Rede. Nichts zu bedeuten habe, daß der Lurgi-Umsatz um 13 Prozent im Berichtsjahr gesunken ist, nachdem er ein Jahr zuvor um 25 Prozent gestiegen war. Die gleichgebliebene Exportquote von 62 % zeigt, daß davon offenbar Inland und Ausland gleichermaßen betroffen waren. Ob das immer so bleibt, ist fraglich; denn von den leicht verminderten Auftragseingängen entfielen 50 (28) Prozent auf das Inland. Nichts zu bedeuten hätten ferner die Schwankungen im Metallgeschäft, die den Umsatz drückten. Allerdings haben sich auch die Verkäufe der Tochter Vereinigte Deutsche Metallwerke ermäßigt. Zufällig sei auch die auf 21 (22) Prozent verringerte Konzern-Exportquote wie schließlich die Konzerninvestitionen, die auf 100 (115) Millionen DM zurückgegangen sind. Im Jahr zuvor war als Investitionssonderposten das Enkelunternehmen Pigment-Chemie hervorgetreten. 1962 waren bei den Beteiligungsgesellschaften Schuldscheindarlehen nötig, um diese Anlagenzugänge zu bezahlen. Diesmal stammen gut 2/3 der Finanzierungsmittel aus Abchreibungen; diese Quote soll in den kommenden Jahren merklich steigen. Die Metallgesellschaft allein hat 20,9 (17,8) Millionen investiert und 12,2 (12,1) Millionen abgeschrieben.

Die Verwaltung gibt den interessanten Hinweis, daß die 29,4 (29,5) Millionen ausweispflichtigen Steuern im großen und ganzen das Berichtsjahr betreffen. Das könnte einen gleichgebliebenen Gewinn nach Steuern bedeuten. Zum Ergebnis steuerten die Töchter und Organgesellschaften 19,0 (19,8) Millionen DM bei. Mit einer Bilanzsumme von 939,0 (836,9) Millionen DM ist die Metallgesellschaft von der Milliarde nicht mehr weit entfernt. O. E.