Während das führende französische Unternehmen der Feinmechanik und Elektronik, die Compagnie des Machines Bull noch um seine Existenz (vgl. ZEIT Nr. 9/64) ringt und gespannt die Zustimmung der Generalversammlung zu den Sanierungsvorschlägen des französischen Staats erwartet, konnte das größte Unternehmen dieser Branche in der Welt, die IBM International Business Machines Corporation, New York, in der vergangenen Woche Zahlen vorlegen, die von einer weiteren Expansion des amerikanischen Konzerns zeugen.

Um 200 Millionen auf 2,06 Milliarden Dollar oder 8,24 Milliarden DM erhöhte die IBM ihre Umsatzerlöse, in denen neben Verkäufen vor allem Einnahmen aus Vermietungen und dem Kundendienst enthalten sind. Denn bedingt durch ihre Große und Kosten werden die hergestellten Anlagen, insbesondere die auf elektronischer Basis arbeitenden Apparaturen, zum großen Teil vermietet und nicht verkauft. Etwa dem Umsatz entsprechend stieg in den 15 amerikanischen Fabriken auch die Zahl der Mitarbeiter um 6000 auf 87 000.

Auch die 16 Fabriken, die 40 Lochkartendruckereien, die 211 Servicebüros, 319 Geschäftsstellen und fünf Rechenzentren in der übrigen Welt haben im vergangenen Jahr durchweg ihre Leistungen steigern können. Die IBM World Trade Corporation, die als hundertprozentige Tochter der IBM Corporation die Auslandsgesellschaften koordiniert, konnte ihre Umsätze jedenfalls im vergangenen Jahr beträchtlich auf rund 788 Millionen Dollar steigern, wie Generaldirektor W. A. Boesenberg anläßlich der Vorstellung eines neuen Datenverarbeitungssystems (IBM 360) in Stuttgart mitteilte. Innerhalb der letzten drei Jahre haben sich die Auslandsumsätze der IBM (1960 = 272 Millionen) mithin fast verdreifacht. Über 50 000 (Vorjahr 46 000) Mitarbeiter sind nun – neben den 80 000 in den USA – in den Auslandsgesellschaften beschäftigt, unter denen die deutsche IBM die größte ist. Denn allein 10 340 Personen sind bei der deutschen Tochter tätig, das sind etwa 800 mehr als im Vorjahr. Rund 4000 Mitarbeiter sind davon im Außendienst eingesetzt. Etwa die Hälfte davon in der Planungsvorbereitung und der Installation von Neuanlagen, wie der Verkauf genannt wird, während der anderen Hälfte die Wartung und Pflege der Anlagen obliegt.

Der Erfolg der Forschungs- und Beratungsarbeit der IBM-Deutschland zeigte sich 1963 deutlich in dem um 22 Prozent (Vorjahr 29) auf 717 Millionen Mark gestiegenen Umsatz an die Kundschaft. Für 141 Millionen Mark wurden außerdem Leistungen für ausländische IBM-Gesellschaften erbracht, so daß der Gesamtumsatz der IBM-Deutschland im vergangenen Jahr 858 Millionen Mark erreichte. Einen Anhaltspunkt über die Kapitalintensität des Geschäftes geben die Investitionen: 1962 wurden in der Bundesrepublik rund 200 Millionen Mark investiert, 1963 waren es etwa 178 Millionen, also ein Viertel bis ein Fünftel des Umsatzes.

Da die Bemühungen in Industrie, Handel, Banken, Versicherungen und der Verwaltung zur Rationalisierung und der Einsparung von Beschäftigten weitergehen, wird die Branche auch in der Zukunft mit einem weiteren Wachsen der Umsätze rechnen können. Schon heute ist die Bundesrepublik nach den USA das Land, das mit 1750 die meisten elektronischen Datenverarbeitungssysteme installiert oder in Auftrag gegeben hat. W. W.