Schaffe‚ spare, Reisle mache

Es wird einem äußerst schmackhaft serviert, das Land zwischen Heidelberg, Stuttgart, Ulm und Bodensee. "Ferienkursbuch Württemberg" oder "Wunderbare Reisen durch Baden-Württemberg" heißen die Prospekte des Landesverkehrsamtes Württemberg in Stuttgart. Sie enthalten Vorschläge, eine "Kulturreise" zu unternehmen oder die Route Gastronomique einzuschlagen. Man bekommt Appetit und hätte Lust in Murrhardt einen Aal in Salbei oder Forellenröllchen zu verzehren. Auch für den, der das Land nur als Durchgangsstation ansieht, enthalten die Faltblätter und Hefte eine Fülle von Anregungen. Nicht immer kann man das von Werbeprospekten sagen – hier darf man es.

"Queen" für die Jugend

Zu der umworbenen Generation der Twens und Teenager müßte man gehören. Nicht, daß nur Schallplattenfirmen, Modeschöpfer, Verleger ihr Herz für die Jugend entdeckt haben, sogar eine so alte und ehrwürdige Schiffahrtslinie wie die englische Cunard-Linie geht mit der Zeit und installiert auf ihrem Renommierschiff, der "Queen Elisabeth", Räume, die speziell für junge Leute gedacht sind. Da gibt es jetzt Musikboxen, Kegelbahnen und alkoholfreie Bars, Ping-Pong-Tische und schalldichte Räume, in denen laut getwistet werden darf. Die Herren im Vorstand der ehrwürdigen Linie entdeckten natürlich nicht von ungefähr ihr Herz für die Jugend: Ihre Statistiker berichteten, daß der Anteil jugendlicher Reisender, die noch unter zwanzig Jahre alt sind, während der letzten acht Jahre ständig gestiegen sei. Und die alten, mittelalterlichen Passagiere? Sie hüllen sich in Decken, placieren sich in Liegestühle und bitten ihre jungen Mitreisenden um Entschuldigung, daß sie überhaupt existieren.

Alles für Automobilisten

Von Dingen, die einem lieb sind, trennt man sich ungern, man läßt sie auch nicht für nur kurze Zeit im Stich. Dies ist eine alte Weisheit, die sich nun auch das Deutsche Reisebüro (DER) zunutze machte: Es erkannte, das der Bundesbürger, der einen Wagen besitzt, diesen bei sich haben will, auch in den Ferien. Begibt der Bürger sich auf eine Schiffsreise, so will er neben seinem Liegestuhl auch sein Auto sehen. Also: Hochseereisen für Autofahrer. Die "Turchese", ein Autospezialschiff des Lloyd Piemonte, legt in Genua ab und fährt über Elba, Korsika nach Sardinien. Auf den Inseln kann man dann mit seinem eigenen Wagen Rundfahrten unternehmen.

Falsche Mützen

Pfiffige Pariser Autofahrer waren auf die Idee gekommen, auf die Polstersitze ihrer Wagen, wenn sie diese falsch parkten, eine Uniformmütze der Verkehrspolizei zu legen. Zweck der Übung: Der Streifendienst sollte sie mit Strafzetteln verschonen. Aber wie alle Tricks wurde auch dieser schließlich so häufig angewandt, daß die Polizei bald herausfand, daß falsch parkende Wagen durchaus nicht Wagen von Kollegen sein mußten. Recherchen der Polizei ergaben, daß die Autofahrer sich abgelegte Uniformmützen auf dem Pariser Flohmarkt besorgt hatten. Ihr Verkauf wurde inzwischen verboten. Wie man hört, lautet der neueste Trick, es mit einem weißen Polizeiknüppel zu versuchen.