In den ersten zweieinhalb Monaten des Jahres setzte die Deutsche Pfandbriefanstalt an Rentenwerten 150 Millionen ab. Das waren 65 Millionen mehr als im Jahr zuvor. In einem Augenblick, in dem der Bundeskanzler sich zum Januar-Emissionsergebnis kritisch äußerte, und dabei mit dem Finger auf die Realkreditinstitute deutete, renommiert eine Anstalt des öffentlichen Rechts – und das ist die Deutsche Pfandbriefanstalt – nicht gern mit solchen Erfolgen.

Ihr Präsident, Dr. Lubowski, wies deshalb beschwichtigend daraufhin, daß bei Realkreditininstituten in der zweiten Jahreshälfte das Aktivgeschäft, also die Herauslage von Darlehen, immer expansiver ist als das Passivgeschäft, der Verkauf von Pfandbriefen. Das wird im Januar, stets ein guter Rentenmonat, wieder korrigiert. Diesmal war es nicht anders. Allerdings war auch das Aktivgeschäft keinesfalls tot. Die scharf rechnenden Disponenten der großen Baugesellschaften merkten frühzeitig, wohin der Hase lief, und daß es mit den Zinssenkungstendenzen nicht so ging, wie sich das die Initiatoren der Kapitalmarktpolitik vorgestellt hatten. Für 125 Millionen wurden Hypotheken zugesagt. In der Vergleichzeit 1963 waren es nur 96 Millionen.

Das Geschäftsjahr 1963 war gut; dem vorangegangenen stand es jedenfalls nicht nach. Der Umlauf an. Pfandbriefen und Kommunalschuldverschreibungen erhöhte sich um 326 Millionen. Rechnet man die aufgenommenen langfristigen Darlehen und den Umlauf zusammen, dann kommt man auf ein Volumen von etwa drei Milliarden an langfristigen Mitteln, die von der Pfandbriefanstalt verwaltet werden.

Von einem Abklingen der Baukonjunktur kann nicht die Rede sein. Natürlich haben die Baupreise einen Einfluß auf die Höhe der Hypothekennachfrage. Je teurer man baut, desto mehr Geld braucht man. Die Baupreise interessieren die Pfandbriefanstalt sehr ordentlich, nicht nur als Kreditinstitut, sondern auch als praxisnahe bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts. Zu ihrem Aufgabenbereich gehört auch die Aufbereitung und Lieferung von hieb- und stichfesten Urteilsunterlagen aus der Bauwirtschaft. So ist der Hinweis im Geschäftsbericht nicht ohne Interesse, daß die veranschlagten reinen Baukosten je Wohnung sich in den letzten Monaten erstmals expansiver entwickelten als die Zunahme des Bruttosozialproduktes. Bei der Pfandbriefanstalt hofft man, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die Baukapazitäten wurden in den letzten Monaten weiterhin erhöht. Wenn der Wohnungsbau auf dem heutigen Niveau stagniert, von einem Rückgang spricht man nicht, dann kann das zu einem Druck auf die Baupreise führen. Schön wär’s ja... W. R.