Meldungen über Rekordsteigerungen bei Spareinlagen erregen kaum noch Aufsehen. Sie werden – trotz Preissteigerungen von etwa drei Prozent jährlich – von vielen für selbstverständlich gehalten. Dabei bedarf es zielstrebiger Arbeit, eines kostspieligen Ausbaus von Niederlassungen, damit die hohen Wachstumsraten erreicht werden. Das beweist der Geschäftsbericht der größten Sparkasse im Bundesgebiet, der Hamburger Sparcasse von 1827. Das Unternehmen, das als Stiftung alten Hamburger Rechts betrieben wird und ähnlich wie die kommunalen Sparkassen satzungsrechtlichen Bindungen im Kreditgeschäft unterworfen ist, konnte im vergangenen Jahr seinen höchsten Spareinlagezuwachs seit Bestehen verbuchen.

Um 173 Millionen Mark oder 14,6 (Vorjahr 13) Prozent stiegen die Spareinlagen auf 1362 Millionen. Am Zuwachs waren zu gut einem Viertel die Zinsgutschriften beteiligt, die den Sparern 43,4 Millionen brachten. Die Erhöhung der Sparkonten um 47 000 auf fast 855 000 hat ebenfalls zum Anstieg beigetragen. Die Zunahme der Sparkonten wiederum ist nicht zuletzt auf das dichte Niederlassungsnetz der Sparkasse im Großraum der Hansestadt zurückzuführen. Fünf Bezirksstellen wurden in den letzten fünfzehn Monaten neu eröffnet, so daß die Kundschaft nun über 101 Kassenstellen erreicht werden kann.

Im Kreditgeschäft lag das Schwergewicht wie in früheren Jahren bei langfristigen Ausleihungen. Insbesondere die Hypothekendarlehen stiegen um 67 auf 590 Millionen Mark. Neben den 840 Millionen Mark langfristiger Kredite nehmen sich die Debitoren von 226 (Vorjahr 202) relativ bescheiden aus, zumal darunter mit 28 (25) Millionen Kredite an Banken enthalten sind. Auch der geringe Umfang des Wechselgeschäfts von 30 Millionen läßt darauf schließen, wie hart der Wettbewerb auf diesem Sektor mit den privaten Geschäftsbanken, der Girozentrale und der Nachbarsparkasse ist. Ist es doch keinesfalls selten, wie Direktor Mählmann vor der Presse bemerkte, daß Banken Wechsel zum Diskontsatz, das heißt, zu 3 Prozent Zinsen, hereinnehmen. 271 Millionen (243) hatte die Kasse Ende 1963 in festverzinslichen Wertpapieren und 145 (120) Millionen bei Kreditinstituten, überwiegend bei der Hamburgischen Landesbank – Girozentrale, angelegt.

Die Ertragslage der Kasse war dennoch sehr gut, soweit es der Ausweis der einzelnen Positionen, die nicht erläutert sind, erkennen läßt. Der Gesamtgewinn von 12,6 (Vorjahr 11,2) Millionen wird der Sicherheitsrücklage zugewiesen, die damit 104 Millionen oder 6,36 Prozent der Gesamtsinlagen erreicht. Auf die Bilanzsumme von 1,786 Milliarden bezogen, ergibt das eine respektable Eigenkapitalquote von 5,8 (Vorjahr 5,7) Prozent W. W.