Man hat so seine Träume. Erfreuliche, unerfreuliche. In einem solcher Träume erschien mir neulich das prominente Mitglied einer Regierungspartei.

"Guten Tag, Herr Kollege", sagte ich, denn ich wußte, daß er sich gern so nennen hört, "ein paar Fragen vielleicht?"

"Gern, Herr Kollege" sagte er, während er seine beschlagene Brille abwischte, "nur einen Moment bitte noch." Von einem Boten vernahm er, daß "es" erst in sieben Minuten losgehe und wandte sich mir wieder zu.

"Wie verläuft so Ihr Tag?" wollte ich wissen.

"Mein Tag ist kein Tag wie jeder andere", erwiderte er, "da ich in meiner Partei besondere Aufgaben übernommen habe."

"Morgens um sieben – schlafen Sie da noch?"

"Schlafen kann ich mir gar nicht leisten. Muß immer hellwach, immer im Einsatz sein. Um sieben bekomme ich die Berichte von der Nachtschicht, Abteilung: Hörfunk."