Eine Schule für junge Regenbogenforellen hat der japanische Biologe Yukitaka Kanayama von der Hosei-Universität in Tokio eingerichtet. Die kleinen Fische sollen lernen, sich vor den großen Fischen in acht zu nehmen.

Normalerweise werden die meisten jungen Forellen, die in einer Fischbrutanstalt aus den Eiern schlüpfen, von größeren Fischen einschließlich erwachsener Forellen verschlungen, sobald sie in Bächen ausgesetzt worden sind. Der japanische Biologe arbeitete nun eine Methode aus, mit deren Hilfe die Jungfische lernen können, dieser Gefahr zu entgehen. Kanayama hängte in ein Aquarium einen Drahtring, von dem sechs kurze Drähte herabhingen und innerhalb des Rings ein Fisch aus Konservenbüchsenblech. Zwischen Blechfisch und Ring konnte der Biologe einen schwachen elektrischen Strom fließen lassen.

Zunächst war der Strom jedoch abgeschaltet, als die kleinen Forellen ins Aquarium gesetzt wurden. Ahnungslos schwammen sie an den Blechfisch heran, der Forscher schaltete den Strom ein, und die Forellen erlitten einen milden Elektroschock.

Im Laufe von zwei Wocken lernten die jungen Fische, daß sie – wollten sie den unangenehmen elektrischen Schlag vermeiden – sich dem großen Fisch fernhalten mußten. Ihre Prüfung legten sie in einem Aquarium ab, das der Forscher durch einen Drahtzaun in zwei Hälften geteilt hatte. Die Maschen waren so weit, daß die jungen Fische, die in eine Hälfte des Wasserbeckens gesetzt wurden, hindurchschlüpfen konnten, nicht aber die ausgewachsenen Forellen, die in der anderen Hälfte schwammen. Furchtsam blieben die belehrten Jungfische dem Zaun fern. Kleine Forellen hingegen, die kein Überlebenstraining hinter sich hatten, durchschwammen arglos den Zaun und wurden gefressen.

"Ich habe die Regenbogenforellen so liebgewonnen", gesteht der Fischlehrer, "daß ich mit einem neuen Projekt beginnen möchte. Ich möchte sie lehren, dem Angelhaken fernzubleiben. E. L.