Als "Trotzkisten, Kleinbürger und Großmacht-Chauvinisten" verdammte Nikita Chruschtschow die chinesischen Genossen. Die Fernseh – Ansprache des fälschlich totgesagten Kreml-Chefs wurde im gesamten Ostblock überfragen – mit Ausnahme von Rumänien und Albanien. Wladislav Gomulka reiste nach Moskau, Alexej Adschubej fand in Paris freundliche Worte für Ludwig Erhard. Lyndon B. Johnson lobte friedfertige Erklärungen des sowjetischen Ministerpräsidenten. In Brasilien verloren die Kommunisten und gewannen die Generale. Zyperns Erzbischof Makarios suchte in Athen Verbindung mit Premier Papandreou und General Grivas. Nach gescheiterten Verhandlungen im belgischen Ärztestreik rief die Regierung dreitausend Ärzte zu den Fahnen. Großbritannien erfuhr den Termin für Unterhaus-Wahlen: Oktober 1964. Labour siegte bei Londoner Stadtratswahlen. Bilanz des "Königswinfer-Gesprächs" in Oxford: Deutsch-englische Beziehungen besser denn je.

Von schwäbischer Spinne gebissen, fuhr Konrad Adenauer in die Frühlingsferien, in das Haus des amtsmüden NATO-Generalsekretärs Dirk Stikker am Comer See. Urlaubslektüre: "Blick ins Unendliche." Vermutete Mehrheit für die Wiederwahl Heinrich Lübkes bröckelte weiter ab. In Franz Josef Straußens Hausblatt wurde Gerhard Schröders Außenpolitik heftig kritisiert. Der Bundeskanzler stellte sich vor seinen Außenminister. Bei einem Übungsschießen der Bundeswehr fanden neun Soldaten den Tod. Zum erstenmal wurden Reservisten als Freiwillige zu Wochenendübungen der Territorial-Verteidigung eingezogen. Amerika vermindert seine Streitkräfte in Deutschland, Sowjetunion zieht Einheiten von Kuba zurück. Berliner Passierschein-Gespräche gehen weiter – geheim. Albertz-Plan für Pfingst-Besuch westdeutscher Jugendlicher in Berlin, durch Indiskretion bekanntgeworden, wurde aufgegeben.

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Rechtsstreit VW/DM wird, nach vergeblichem Vergleichsversuch, fortgesetzt. Bonn erwägt Überprüfung der Berlin-Präferenzen. Brotpreis bleibt stabil, Schweinefleisch wird billiger, Damenoberbekleidung teurer. Bayern fragt nach dem Schuldigen bei Verschleuderung von "Führer-Hotels". Staatssekretär Hans Heinrich von Herwarth kürzte Kostenvoranschlag für geplante Dienstwohnung von 450 000 auf 260 000 DM. Ex-Reichskanzler Franz von Papen erneuerte Forderung auf Zahlung einer Majors-Pension.

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Golo Mann, Ordinarius für wissenschaftliche Politik an der TH Stuttgart, bestätigte Rücktrittsabsichten. Professor Werner Stein wurde neuer Berliner Kultursenator. Fritz Kortner inszenierte inMünchen als Eigenarbeit das Ehestück "Zwiesprache". Richard Burton spielte am Broadway Hamlet im Trainingsanzug. Shakespeare-Theater aus Strafford zeigte "King Lear" in Leningrad und Moskau. Verdis "Attila" erlebte in der Römischen Oper eine erfolgreiche "zweite Uraufführung". Das Hamburger Varieté "Vaterland" schließt seine Pforten.

Frau Han Yu-tung, rotchinesische Juristin, nahm in Budapest amerikanisches Beruhigungsmittel. Nina Chruschtschow fragte Frau Maria Kadar, ob ihr Nerzcape nicht zu warm sei. Amerikas Präsident, Schnellfahrer am Steuer, las "improvisierte" Fernseherklärung von beweglicher Wandtafel ab. Edward Heafh fiel bei Franco-Audienz durch protokollwidrig ungezwungene Haltung auf. Prinz Xavier dementierte heimliche Heirat von Prinz Hugo und Prinzessin Irene. Chruschtschows Tochter verriet: "Mein Schwiegervater besaß nie eine Heiratsurkunde."