Die 1921 von Max Braun gegründete Firma Braun AG hat sich im Verlauf der Jahrzehnte dank der Tüchtigkeit ihres Gründers und seiner beiden Söhne aus kleinsten Anfängen zu einem international angesehenen Unternehmen der Elektroindustrie entwickelt. 1961 wurde die oHG in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Familie erkannte, daß bei einer weiteren expansiven Entwicklung fremdes Eigenkapital – wenn auch vorsichtig dosiert – eingebracht werden müsse. Der Geschäftsbericht 1962/63 zeigt, daß die Expansion im vollen Zuge ist. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 66 auf 91 Millionen DM! Die Anlagen sind von 14,8 auf 20,9 Millionen gestiegen. Der Zuwachs betraf ausschließlich Beteiligungen.

Um die Geschäftsausweitung zu ermöglichen, wurde im vergangenen Herbst das Grundkapital von 12 auf 22 Millionen erhöht. Hiervon gehören 95 Prozent der Familie. Von den 10 Millionen jungen Aktien sind 4 Millionen stimmrechtlose Vorzugsaktien. Sie sollen demnächst an der Börse eingeführt werden. Die Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Es heißt, daß die Familie 2 Millionen Vorzugsaktien abgeben werde. Damit läßt sich ein bescheidener Markt in Braun-Aktien schaffen. Die Familie hat die Vorzugsaktien zum Kurs von 230 übernommen. Unter diesem Preis wird sie kaum verkaufen wollen.

Wer stimmrechtlose Vorzugsaktien kauft, muß sich darüber klar sein, daß er im Unternehmen nichts zu sagen hat. Als Entschädigung wird ihm eine Dividende von 6 Prozent garantiert. Für das letzte Geschäftsjahr werden 14 Prozent ausgeschüttet. Die Aktien versprechen eine gute Verzinsung, Wachstumschancen und Sachwertsicherung. W. R.