Erstmals seit zehn Jahren hat die Tochtergesellschaft, die BP Benzin und Petroleum AG, Hamburg, einen Gewinn an ihre Muttergesellschaft, die The British Petroleum Co, London, abgeführt. Das Unternehmen hatte zwar schon seit 1961 ständig wachsende Gewinne erzielt. Aber die Überschüsse von 8,6 Millionen des Jahres 1961, von 11,2 aus 1962 dienten zum Abbau des Verlust Vortrages, der vor allem im Zusammenhang mit den großen Investitionen entstanden war. Mit einem Gewinn von 20 Millionen, von dem der zwanzigste Teil den Rücklagen zugeführt wird, erhält die britische Mutter eine Dividende auf das im Berichtsjahr um 50 auf 400 Millionen Mark erhöhte Kapital, die sich noch recht bescheiden ausnimmt, denn sie beträgt nur 4,75 Prozent.

Das kräftig verbesserte Ergebnis ist vor allem dem um 23,5 (Vorjahr 24,2) Prozent auf 7,6 Millionen Tonnen gestiegenen Inlandsumsatz zu danken, denn die Exporte erhöhten sich nur sehr geringfügig auf 1,2 Millionen Tonnen. Die Nettoerlöse (ohne die Mineralölsteuer, Zölle und die Umsatzausgleichsteuer) nahmen jedoch langsamer zu als die verkauften Mengen, nämlich um 15,5 (Vorjahr 13,9) Prozent auf 1286 Millionen Mark. Das ist vor allem auf die Ermäßigung der Tankstellenpreise für Vergasertreibstoff zurückzuführen. Der Bruttoumsatz überschritt dagegen bei einer Steigerung um 305 Millionen gerade die 2 Milliardengrenze.

Bemerkenswert ist, daß die Eigenproduktion der BP nicht ausgereicht hat, mit der Nachfrage Schritt zu halten. Das Unternehmen hat seine Zukäufe auf 2,1 Millionen Tonnen fast verdoppelt und wird auch 1964 und 1965 auf Zukäufe angewiesen sein. Denn die Kapazität der Raffinerie in Hamburg wird erst Ende 1965 um 1,1 auf 3,4 Millionen Tonnen erweitert sein. Mit den rund 4000 Tankstellen, die das BP Markenzeichen führen, unterhält das Unternehmen das viertgrößte Tankstellennetz im Bundesgebiet.

W. W.