H.-Joachim Netzer (Herausgeber): Deutschland von außen gesehen. Scherz Verlag, Stuttgart; 172 Seiten; 9,80 DM.

Der Herausgeber hat als Grundlage seiner Arbeit den Tatbestand gewählt, daß Deutschland je nach dem geographischen Standort des Betrachters verschieden gewertet wird. Das klingt banal, aber wie so viele Banalitäten wird auch diese in der Wirklichkeit oft mißachtet.

Sie gilt sogar für die Geistesgeschichte. Für die Franzosen bedeutet Heine mehr als Goethe, für die Spanier Karl Krause, den bei uns niemand kennt, ungefähr soviel wie seine Lehrer Fichte und Schelling.

Netzer läßt uns nun verschiedene Deutschlandbilder sehen, entworfen von Toynbee, François-Poncet, Tadeusz Nowakowski, Gunnar Helen, Enzo Forcella, José Luis Pinillos, Hans P. Gebhardt, A. K. Majumdar, Peter Scholl-Latour, Heinrich L. Kaster, Carl Weiß. Das Gesamtergebnis ist ein farbiges Porträt unserer selbst, in dem manche Züge uns verstimmen mögen, in dem wir aber auch manches Schmeichelhafte entdecken.

M. S.