Kaum hatte der radikale südrhodesische Politiker Jan Smith, Sohn eines schottischen Metzgers, ehemaliger RAF-Pilot und Viehzüchter, die Regierung in Salisbury übernommen, wurde das südafrikanische Land, in dem 220 000 Weiße über drei Millionen Farbige regieren, von Unruhen geschüttelt. Joshua Nkomo, Führer der stärksten Farbigenbewegung, der das neue Kabinett eine "Selbstmordkolonne" genannt hatte, wurde mit drei Freunden für ein Jahr in ein entlegenes Wildreservat verbannt. Im Nu stürmten und steinigten seine Anhänger die Läden der Weißen. Hunderte von demonstrierenden Negerfrauen wurden von weißen Polizisten mit Schäferhunden zusammengetrieben. Smith hatte einen unglücklichen Start: Die Verbannung der Negerführer, noch von seinem "zu weichen" Vorgänger Field beschlossen, verschlechtert den Ruf Südrhodesien innerhalb Afrikas.

In London fürchtet man, Smith könne sein Heil in halsbrecherischem Cowboy-Ritt nach vorn suchen: in der einseitigen Unabhängigkeitserklärung. Das wäre dann der erste Siedler-Abfall von England seit der Rebellion der Amerikaner im 18. Jahrhundert. Kritisch wird es im Sommer: Am 6. Juli wird Njassaland, einst Mitglied der Rhodesischen Föderation, selbständig; zwei Tage später reist der Farbige Hastings Banda als Regierungschef des neuen Staates zur Commonwealth-Konferenz nach London, während Smith damit rechnen muß, daß ihn die farbige Mehrheit der Konferenzmitglieder vor die Tür setzt. In selben Monat wird auch in der afrikanischen Gipfelkonferenz in Kairo das Feuer geschürt. Vielen Weißen ist der Beden jetzt schon zu heiß: Monatlich emigrieren etwa tausen Siedler aus Südrhodesien.