FÜR die Einführung in einen Schriftsteller, dem Goethe nachsagte: "Wo er einen Spaß macht, liegt ein Problem verborgen" –

"Georg Christoph Lichtenberg" in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, dargestellt von Wolfgang Promies; rororo Bildmonographien 90, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek; 167 S., 2,80 DM.

ES ENTHÄLT eine gescheite Kombination von Lebenslauf und Werkdeutung, dazu eine Bibliographie, die jeder Dissertation zur Ehre gereichen würde – beides leider keine Selbstverständlichkeit bei den Bänden dieser Reihe – und Bilder, nun ja.

ES GEFÄLLT, weil das, was es bisher an Literatur über Lichtenberg gibt, zumeist unvollständig (Denekes großangelegtes Werk geriet nie über den ersten Band hinaus) und einseitig (Grenzmann) erscheinen will und diese Biographie demgegenüber drei Vorteile hat. Erstens: Manches Detail, das vielleicht nicht in einen Nachruf, wohl aber in eine brauchbare Biographie gehört, ist hier zum erstenmal berücksichtigt worden. Zweitens: "Die Biographie Lichtenbergs heißt nebenbei den Lebenslauf des späten Rationalismus schreiben", sagt der Autor, und es ist ihm, in den Grenzen, die das "nebenbei" setzt, gelungen. Drittens: Die gar nicht glatte, angenehm kauzige Diktion des Autors – er möge mir verzeihen – hebt diese Lektüre aus dem Bücheralltag heraus. PeK