Jeden von uns kann es eines Tages treffen. Ein paar befremdliche Ostkontakte. Ein bißchen kommunistische Wühlarbeit. Ein klein wenig literarischer Landesverrat. Ein paar Promille Alkohol zuviel im Blut. Ein paar Irrtümer in der Steuererklärung. Ein Eheweib, das einen zum äußersten treibt. Und schon haben sie einen am Kragen.

Ein paar Monate. Untersuchungshaft. Vielleicht Gefängnis. Vielleicht gar Zuchthaus. Da könnte man die Geduld verlieren. Man möchte wieder ’raus, zurück in die Freiheit. Oder wenigstens zu Weib und Kind.

„Vielleicht begnadigt man Sie wegen, guter Führung“, meinte Herr Gerstenkorn; ein juristischer Berater zu meiner hypothetischen Frage.

„Bei meiner fürchterlichen Unordnung – ausgeschlossen“, erwiderte ich, „mir schwebt etwas anderes vor: ausbrechen!“

Er sah mich groß und ironisch an: „Sie meinen: Tunnelgraben?“

„Zum Beispiel.“

„Oder: Fenster durchsägen und sich an Bettüchern abseilen?“