In ihrem Geschäftsbericht für 1963 spricht die Norddeutsche Kreditbank AG, Bremen, an der die Bayerische Vereinsbank zu 25 Prozent beteiligt ist, von einer Ausdehnung der erzielten Erträge. Daß das Geschäftsvolumen gesteigert werden konnte, ist unschwer aus der Bilanz ersichtlich, denn die Bilanzsumme nahm auf 382,9 (339,2) Millionen DM zu. Doch höhere Erträge aus dem Zahlenwerk herauszufinden, ist schwieriger. Gezeigt werden sie jedenfalls nicht, denn sowohl die Dividende von 16 Prozent als auch die Zuweisung zu den offenen Rücklagen von 0,5 Millionen sind gleich geblieben. Der höhere Gewinn müßte also den stillen Reserven zugute gekommen sein. Einen Anhalt dafür bekommt der Bilanzleser jedoch nicht, weil die Norddeutsche Kreditbank zu den wenigen Banken zählt, die ihre Steuern nicht gesondert, sondern zusammen mit den sonstigen Aufwendungen ausweisen. Dieser Posten ist zwar auf 7,6 (5,9) Millionen gestiegen, aber in welchem Maße das auf höhere Körperschaftsteuern zurückgeht, ist nicht zu ergründen. Im Geschäftsbericht wird lediglich davon gesprochen, daß sich neben den Aufwendungen für Handlungsunkosten und Steuern sowie Erhöhung der Wertberichtigungen und Vornahme von Abschreibungen auf Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung insbesondere Aufwendungen für die Filiale in Bremerhaven und die Depositenkassen ergeben haben.

Die Bilanzsummensteigerung ist augenscheinlich – wie bei den meisten anderen Kreditinstituten – von der Einlagenseite her erfolgt. Aber offensichtlich hatte die Bank keine Mühe, das ihr zugeflossene Geld nutzbringend zu verwenden, wenn auch die Debitoren auf 133 (143) Millionen zurückgegangen sind. Das Wechselvolumen hat sich dagegen auf 83 (70) Millionen erhöht, bei einer Bank, die sich stark in der Außenhandelsfinanzierung engagiert, eine durchaus normale Verschiebung, wobei zu berücksichtigen ist, daß der Bilanzstichtag nur eine „Momentaufnahme“ ist und nichts über die Entwicklung im ganzen Jahr aussagt.

Für eine Kapitalerhöhung, über die an der Börse von Zeit zu Zeit diskutiert wird, besteht immer noch keine Notwendigkeit. Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme ist zwar auf 5,5 (6,1) Prozent zurückgegangen, liegt damit jedoch noch über dem „wünschenswerten“ Satz von 5 Prozent. – dt