Mittelgewicht

Die sehr strengen Bestimmungen über die Flugsicherheit verlangen, daß das startende Flugzeug nicht überladen wird. Also: Das Reisegepäck darf nicht mehr als zwanzig Kilogramm wiegen, und um den Fluggast am Abfertigungsschalter nicht auch noch auf die Waage zu stellen, haben die Fluggesellschaften einen Durchschnittswert ihrer Passagiere errechnet: Hundertachtundvierzig und ein halbes Pfund wiegt der erwachsene Fluggast im Winter, im Sommer ist sein durchschnittliches Gewicht um viereinhalb Pfunde geringer. Wiegt da jemand anders?

Stewardess get your gun

Stewardessen müssen vielseitig sein: Sie müssen lächeln, bedienen, Tüten reichen, auf englisch, französisch sich bedanken und einen guten Flug wünschen können, sie müssen wissen, über welchem Ort ihre Maschine sich gerade befindet und wissen, was ein Jet ist. Die Stewardessen, die über den Nordpol fliegen, müssen sogar, für den Fall aller Fälle, einen Eskimo-Iglu zu bauen verstehen, und nicht zuletzt müssen sie Seehunde und Eisbären schießen können.

Männer reisen öfter

Wieder einmal bringt die Meinungsumfrage ’was an den Tag: Der deutsche Mann verreist öfter als die deutsche Frau. 37 Prozent aller Männer, die in der Bundesrepublik leben, haben im vergangenen Jahr Ferienreisen unternommen, aber nur 34 Prozent aller Frauen. Die jungen Leute unter 21 Jahren bildeten 1963 die reisefreudigste Gruppe. 55 Prozent aller Reisenden rekrutierten sich aus dieser Altersgruppe. Die Aufteilung nach Berufsgruppen ergab, daß Beamte und Angestellte einen reisefreudigen Stand bilden (53 Prozent und 54 Prozent von ihnen wechseln während der Ferien die Tapete), während Landwirte ihren Hof kaum verlassen. Nur sieben Prozent von ihnen machten Urlaub außerhalb ihrer Dörfer.

Nachts in Baden-Württemberg

Varta, Baedeker und Michelin erheben den Anspruch, in ihrer Auswahl von Hotels, Pensionen und Restaurants kritisch zu sein, und so finden dann auch nicht viele Häuser in ihren Reihen Aufnahme. Diesen Anspruch erhebt das 108 Seiten starke Dünndruck-Heftchen, das sich schlicht „Unterkunftsverzeichnis Baden-Württemberg“ nennt, nicht. Es wird von der Arbeitsgemeinschaft der Fremdenverkehrsverbände in jenem Bundesland herausgegeben und überrascht durch seine Vollständigkeit und die Sorgfalt, mit der es verfaßt worden ist. Unter Verzicht auf schönfärbende Werbesprüche zählt das Heft alle Unterkunftsmöglichkeiten auf, die es im Schwarzwald, am Neckar, im schwäbischen Land, Allgäu und am Bodensee gibt. Es ist genau angegeben, wie hoch der Zimmerpreis ist und wieviel der Gast für das Frühstück bezahlen muß. Dem Heft liegt eine übersichtliche Karte bei. Kurz: Eine praktische Hilfe für den Touristen. Und wenn man bedenkt, der Hotelführer ist gegen eine Schutzgebühr von fünfzig Pfennigen erhältlich, und was man sonst so für fünfmal zehn Pfennig bekommt...