In der Erklärung der rumänischen Kommunisten vom 26. April wird zum erstenmal die jüngste Entwicklung des Konflikts zwischen Moskau und Peking chronologisch geschildert – auch das, was hinter den Kulissen verging:

4. Februar: Peking veröffentlich seine bisher schärfste Attacke gegen Moskau und fordert paktisch zur Spaltung auf.

13. Februar: Moskau teilt allen seinen Verbündeten mit, daß es auf dem bevorstehenden ZK-Plenum mit den Chinesen abrechnen und die entsprechende Rede veröffentlichen wird. Chruschtschow empfiehlt eine Konferenz der mit ihm verbündeten Parteien zvecks „kollektiver Entgegnung“.

14. Februar: Suslow rechnet in Moskau mit den Chinesen ab. Die rumänische Partei appelliert telegraphisch an die sowjetische, die Rede Suslows nicht zu veröffentlichen, und an die chinesische, die Polemik einzustellen. Chruschtschow antwortet den Rumänen noch am gleichen Tage, er werde die Veröffentlichung der Suslow-Rede „aufschieben“, falls die Chinesen die Polemik einstellten.

17. Februar: Mao Tse-tung teilt der rumänischen Parteiführung mit, er sei bereit, die Polemik „zeitweilig“ einzustellen, falls eine rumänische Delegation in Kürze zu Vermittlungsgesprächen nach Peking käme.

Ende Februar: Zahlreiche – aber nicht alle – „Bruderparteien“ unterstützen den rumänischen Vermittlungsversuch.

Anfang März: Die Rumänen diskutierten „äußerst freimütig und kameradschaftlich“ mit Mao, der den rumänischen Vorschlag ablehnt, die Polemik gegen Moskau wenigstens einzustellen, solange Verhandlungen über die Bedingungen einer endgültigen Einstellung der Polemik stattfinden. Die Rumänen berichten anschließend Chruschtschow auf der Krim, der die Suslow-Rede jetzt veröffentlichen will. Er läßt sich aber von den Rumänen überreden, noch einen zweiten rumänischen Vermittlungsversuch abzuwarten.