enn die Bürger Hamburgs in alten Zeiten vornehmlich vom Handel und Wandel, also von ihrem Hafen lebten, dann lebte auch ihre Kultur vom Hafen. Da war vor allem die erste bürgerliche Oper, die Hamburg sich (1678) leistete, während so etwas sonst nur den Fürstenhöfen vorbehalten war. Telemann und Händel schrieben für sie. Prominente Musikkritiker Englands, Frankreichs und Amerikas meinen in unserer Zeit, daß diese historisch erste Bürger Oper die in ihrer Qualität erste Stätte moderner Opernpflege in der ganzen Welt sei. Eine hohe Einschätzung, die Hamburg in der Gegenwart dem Wirken von Günther Rennert und Rolf Liebermann verdankt. Beide ebensowenig Hamburger wie Lessing es war, der im Kontakt mit dem "deutschen Schauspiel" die Hamburgische Dramaturgie verfaßte. Aber auch der heutige Intendant und große Regisseur dieser Staatsbühne, Schuh, ist nicht mit Eibwasser, sondern mit Isarwasser getauft. Als einen Wahlhamburger, der diese Hafenstadt von Herzen liebt, darf man ihn jedoch bezeichnen — Privatleute waren es auch, die 1910 den Grundstein zur Hamburgischen Universität (Bild unten) gelegt haben. Mittlerweile hat sich freilich der Stadtstaat auch seiner hohen Schule angenommen und ein modernes Bildungsviertel aufgebaut. 17080 Studenten — unter ihnen 1304 Ausländer — bevölkern dieses Viertel. Bild links: Die Hamburgische Staatsoper.