Funk

NORDDEUTSCHER RUNDFUNK

Sonntag, 3. Mai, der Bericht:

Die neunte Sendung dieser Reihe, die wahrscheinlich bis in den Herbst hinein fortgesetzt werden wird, klärte vorzüglich die Begriffe, das Handwerkszeug an Vokabular, das in den großen politischen Mordprozessen benutzt wird. Axel Eggebrecht konnte in dieser Viertelstunde natürlich nur andeuten, welche für den Zuhörer oft unübersichtlichen Inhalte die Begriffe aus dem Juristendeutsch (beispielsweise die Wahrheitsfindung) haben, oder was ein Zeuge, der ahnungslos sein altes Braundeutsch spricht, über das hinaus, was er zu sagen meint, dem Gericht offenbart. Aber schon dieser kurze Kommentar zeigte, wie notwendig es ist, sich klarzumachen, daß diese Prozesse zu allem anderen auch noch mit der Schwierigkeit fertig werden müssen, daß in vielen Zungen geredet wird.

Wieviel Unklarheit resultiert allein aus falsch oder richtig gesetzten Anführungszeichen. Da wird ein Führerbefehl glatt ohne diese Zeichen erwähnt, dafür bekommt sie der Kriegsverbrecher, der möglicherweise gar zum sogenannten Verbrecher aufgeschmückt wird.

Eggebrecht, der den Zusammenhang zwischen klarer und unklarer Sprache und klarer und gefährlich-trüber Politik so deutlich sieht, wäre der Geeignete, dieses Thema im Zusammenhang mit den Prozessen einmal ausführlicher zu behandeln. R. H.