FÜR eine erste Begegnung mit dem Bildhauer Barlach

„Ernst Barlach – aus dem plastischen Werk“; Auswahl und Nachwort von Wolf Stubbe; 42 Abb. nach Aufnahmen von Friedrich Hewicker; Piper-Bücherei Bd. 193, R. Piper & Co Verlag, München; 56 S. mit 42 Abb., 3,80 DM.

ES ENTHÄLT die Summe seines plastischen Schaffens, angefangen mit dem „Sterndeuter II“ von 1911 bis zur „Lachenden Alten“ von 1937 und den wichtigsten Hölzern und Bronzen der Zwischenzeit, „Berserker“, „Moses“, „Das Wiedersehen“, „Mann im Wind“, „Buchleser“, „Vergnügtes Einbein“, aus dem „Fries der Lauschenden“ die Figur des „Empfindsamen“.

ES GEFÄLLT, weil Hewickers Aufnahmen nicht nur eindrucksvoll, sondern werkgerecht sind, ohne durch Lichteffekte und gewagte Perspektiven den Gefühlsgehalt der Figuren zu übersteigern. Wolf Stubbe, der Verfasser der großen dreibändigen Werkausgabe im Piper-Verlag, schreibt im Nachwort nicht die übliche Hymne, er betont sogar das „Unzeitgemäße“ von Barlachs Konzeption, er markiert die Grenzen seines gestalterischen Vermögens. Und gerade weil er den Weg zu Barlach nicht leicht macht, ermöglicht er eine vorurteilsfreie Begegnung. g. s.