Die Situation auf Zypern war am Anfang dieser Woche verfahrener denn je. UN Generalsekretär U Tbant, sein finnischer Vermittler Tuomioja, der amerikanische Senator Fulbright als Sonderbotschafter in mehreren Hauptstädten und ein neuer US Botschafter in Nikosia suchten nach einem Ausweg. Die OsterWaffenruhe auf der Mittelmeerinsel war trügerisch: Zur selben Zeit erhoben Türken und Griechen neue Beschwerden, diesmal vor dem NATO Rat.

Mittlerweile stehen auf der kleinen Insel 80 000 Mann unter Waffen. Die Friedensstreitmacht der Vereinten Nationen verfügt zur Zeit über 6800 Soldaten; 2900 davon sind Briten, der Rest Kanadier, Schweden, Finnen und Iren. Dänemark will noch 1000 Mann entsenden. Dem Beispiel Österreichs folgend wollen Australien und Neuseeland kleine Polizeieinheiten beisteuern. In den beiden RAF Stützpunkten im Süden der Insel sind etwa 10 000 Mann stationiert.

Erzbischof Makarios kann sich auf dreißig- bis vierzigtausend Mann Sicherungstruppen und etwa dreißigtausend Mann der Nationalgarde stützen. Die türkischen Zyprioten können dagegen nur etwa tausend reguläre Kämpfer aufbieten. Getreu den Befehlen Ankaras halten immer noch 650 türkische Soldaten ihre Stellungen an der Einfallstraße im Norden.