Drei der fünf Hamburger Brauereien haben ihre Aktionäre im Geschäftsjahr 1962/63 besser bedacht als im Jahr zuvor. Die Holsten-Brauerei schüttete neben einer Dividende von unverändert 16 Prozent einen Bonus von 2 Prozent aus, die jetzt 100jährige Bavaria- und St-Pauli-Brauerei erhöhte die Dividende von 15 auf 16 Prozent, die Elbschloß-Brauerei zahlt zwar nur wieder 14 Prozent, diesmal aber auf das im vergangenen Jahr durch die Ausgabe von Zusatzaktien von 5 auf 6 Millionen DM erhöhte Grundkapital. Den Hamburger Brauereien geht es also nicht schlecht; sie haben bisher untereinander Preisdisziplin gehalten und eine vernünftige Investitionspolitik betrieben. Jetzt hat sich die Preissituation auf dem Flaschenbiermarkt erheblich verschlechtert, vor allem durch das Eindringen „fremder“ Brauereien in den norddeutschen Raum. Dazu ein Satz aus dem Geschäftsbericht der Elbschloß-Brauerei: „Wir stießen wiederholt auf Preise, die unter den Selbstkosten liegen und offensichtlich nur zu einer Umsatzausweitung um jeden Preis führen sollen.“ Vorstandsmitglied Otto Schnitter ergänzte auf der Hauptversammlung: „Wir werden unsere starre Haltung in der Preisfrage nun aufgeben und uns künftig nicht mehr durch Unterbietungen verdrängen lassen.“ Die Aktionäre. tröstete er mit dem Hinweis, daß sich eine solche Haltung zunächst nicht auf die Ertragslage auswirken wird.

Die große Investitionsphase bei der Elbschloß-Brauerei gilt als abgeschlossen. Künftig werden sich die Anlagenzugänge in Höhe der Abschreibungen bewegen. Rationalisierung und Modernisierung stehen im Vordergrund. Die Elbschloß-Brauerei, an der die Dresdner Bank zu mehr als 50 Prozent beteiligt ist und an der die Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft eine Schachtelbeteiligung besitzt, will von dem Gesetz über die steuerunschädliche Auflösung stiller Reserven Gebrauch machen und einige ungünstig gelegene Niederlagen- und Gaststättengrundstücke veräußern, um mit dem Erlös moderne Objekte zu errichten. Die auf diese Weise mobilisierbaren stillen Reserven wurden mit 2 Millionen angegeben. K. W.

So bewegten sich die Kurse:

Höchstkurs + Tiefstkurs seit 2.1.1964 / 31.12.1963 / 27.04.1964 / 11.5.1964

Elektro

AEG 529 470 464 525 519

Siemens 634 546 544 556 546