Am 20. März besprach an dieser Stelle Hans Müller kritisch das Buch von Ernst Deuerlein über den deutschen Katholizismus 1933. Am 10. April wandte sich in diesen Spalten Ernst Deuerlein gegen die Besprechung. Heute nimmt der Autor der Rezension abschließend Stellung zu den Darlegungen von Professor Deuerlein.

Die Zuschrift Prof. Dr. Deuerleins zu meiner Rezension seines Buches „Der deutsche Katholizismus 1933“ bedarf leider einiger Richtigstellungen.

Zunächst geht Herr Professor Dr. Deuerlein von falschen Voraussetzungen aus. Sein von mir besprochenes Buch ist keineswegs nur ein Nachdruck seiner 1961 in den „Stimmen der Zeit“ veröffentlichten Aufsätze. Gerade jene Teile, in denen sich Deuerlein mit dem Jahre 1933 beschäftigt, sind zum Teil geändert worden. So wurde ein Schreiben Bischof Preysings neu aufgenommen. Der Schluß des vorletzten wie vor allem auch das wichtige letzte Kapitel wurden neu hinzugefügt. Außerdem sind zwischen dem Druck der Aufsätze und der Veröffentlichung des Buches zweiundeinhalb Jahre vergangen. In dieser Zeit ist auf dem Gebiet einiges an Material veröffentlicht worden, von dem Professor Deuerlein keine Notiz nimmt.

Was also 1961 begrüßenswert war, muß nicht unbedingt 1964 noch gelobt werden, zumal wenn es verändert wurde.

Aber nicht einmal der von Professor Deuerlein konstruierte Unterschied in der Beurteilung einerseits seiner Aufsätze, andererseits seines Buches – der aus den obengenannten Gründen vielleicht sogar zu rechtfertigen gewesen wäre – entspricht den Tatsachen. Professor Dr. Deuerlein hätte gut daran getan, erst einmal meine Briefe nachzulesen, bevor er so schwerwiegende Vorwürfe erhebt. In den Einleitungen beider Briefe bekunde ich nichts weiter als mein Interesse an seiner Arbeit und stelle fest, daß ich in einigen Punkten bezüglich der Zeit vor 1933 zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sei wie er. Der Hauptteil beider Briefe kritisiert jedoch seine Einstellung zu den Ereignissen des Jahres 1933. („... kann ich leider mit Ihnen nicht einer Meinung sein ...“)

So ist mir seine Behauptung, ich hätte seine damaligen Aufsätze „mit geradezu überschwenglichem Lob bedacht“ unverständlich.

Auch die anderen Behauptungen Professor Deuerleins halten einer näheren Nachprüfung nicht stand.