Aus mehrfachen Gründen für ungerecht hält die Stadt-Sparkasse Gelsenkirchen den vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen vorgeschlagenen Zinsbonus in Höhe von 0,5 Prozent, der „treuen Sparern“ vergütet werden soll, wenn sie ihr Geld länger als ein Jahr auf dem Sparkonto belassen. Weil der „Eckzins“ für Spareinlagen dann von 3 1/4 auf 3 Prozent gesenkt wird, müßten die Sparer zunächst auf eine Belohnung verzichten, um dann später einen gewissen Teil wiederzuerhalten. Diese Komplizierung zur Ermittlung des Effektivzinssatzes würde dem Sparer nicht zur Freude gereichen und ihn unsicher machen, meint das Institut, das sicherlich wie alle anderen Banken und Sparkassen Sorgen hat, wie es die Mehrarbeit bewältigen soll.

Denn nach einem Zuwachs von fast 37 000 neuen Sparkonten verwaltet das Institut mit seinen 56 Zweigstellen im Geschäftsbereich von 488 000 Einwohnern nunmehr 278 000 Sparkonten. Um 15,5 (Vorjahr 11,7) Prozent auf 386 Millionen Mark nahmen die Spareinlagen zu, so daß ihr Anteil an den Gesamteinlagen sich auf 74 (71) Prozent beläuft. Das Wachstum war nicht zuletzt dem staatlich geförderten, prämienbegünstigten Sparen zu danken. 38 (42) Prozent des Aufkommens entfielen auf diese längerfristigen Mittel.

Kaum zugenommen haben dagegen die Sichteinlagen, vermindert haben sich auch die befristeten Einlagen, „weil die öffentliche Hand über vorbestimmte Zwecke über größere Beträge verfügte“. So lag die Zuwachsquote der Einlagen in Höhe von 7,2 Prozent unter der des Vorjahres. Auch im Kreditgeschäft verlangsamte sich die Wachstumsrate. Nach 11 Prozent im Vorjahr nahmen die gesamten Ausleihungen infolge wesentlich höherer Tilgungen um etwa 6 Prozent auf 423 Millionen Mark zu.

Der ausgewiesene Gewinn hat sich wieder um 100 000 Mark vermindert. Nach 3,7 Millionen im Jahre 1961, 3,6 in 1962, sind es nun 3,5 Millionen. Dennoch scheint das Institut beträchtlich weniger als im Vorjahr verdient zu haben, wenn man den Steueraufwand zugrundelegt, der um 42 Prozent auf 0,72 Millionen gesunken ist. Einmal waren die Kursgewinne rückläufig, zum anderen stiegen die Verwaltungskosten um 0,9 Millionen DM. Steuermindernd dürften sich die erhöhten Abschreibungen ausgewirkt haben. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung von 0,7 Millionen und die Zugänge von 1963 in Höhe von 1 Million DM wurden bis auf den Erinnerungsposten von 1 DM abgeschrieben. W. W.