Die Bayernwerk AG, Bayerische Landeselektrizitätsversorgung München, gehört zu den zahlreichen Unternehmen, die darauf warten, eine Anleihe placieren zu können. Nach der „Dämpfung“ des Rentenmarktes durch die umstrittene Absicht des Bundeskabinetts, auf den Rentenbesitz sogenannter „Gebietsfremder“ eine 25prozentige Kapitalertragsteuer zu erheben, ist die Warteliste der Kapitalsuchenden recht lang geworden. Aber das Bayernwerk hat große Aussichten, mit einer 6prozentigen Anleihe über 80 Millionen (Laufzeit 25 Jahre) zum Zuge zu kommen. Sie braucht das Geld, um ihre Investitionspläne verwirklichen zu können. „Die Zeit einer gedämpfteren und ruhigeren Investitionstätigkeit ist infolge des rapid ansteigenden Strombedarfs vorbei“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende, Dr. Leonhard Wolf, die Zukunftsabsichten des Unternehmens, dessen Aktienkapital von 160 Millionen DM zu 60 Prozent beim Freistaat Bayern und zu 40 Prozent bei der bundeseigenen Vereinigte Industrie-Unternehmungen AG, Bonn, liegt. Da der Kapitalbedarf offensichtlich allein im Anleihewege nicht zu decken ist und die angemessene Relation zwischen Eigen- und Fremdkapital aufrechterhalten bleiben muß, hat man sich bei der Gesellschaft auch Gedanken über die Ausgaben junger Aktien gemacht. Gedacht ist an eine Kapitalerhöhung von schätzungsweise 40 Millionen DM. Für 1962/63 (30. 9.) wird eine Dividende von 8 Prozent verteilt.

Die für das laufende Geschäftsjahr vorgesehenen Investitionsmittel von 140 bis 150 Millionen sind in der Hauptsache für den Ausbau von Wärmekraftwerken vorgesehen. Der Strombedarf Bayerns konnte zu 55 Prozent aus den eigenen Kraftwerken der Gesellschaft gedeckt werden. Die Ausnutzung der Wasserkräfte für die Stromerzeugung gilt in Bayern als fast erschöpft. Im Berichtsjahr stieg bei der Gesellschaft die nutzbare Stromabgabe um 5,1 (6,4) Prozent auf 7,03 (6,69) Mrd. Kilowattstunden. -dt