Von Roll Burmeister

Sprecher: Verehrte Hörer! Seit langem bemühen wir uns, Sie mit avantgardistischen Werten zeitgenössischer Komponisten bekanntzumachen. Heute berichtet nun Jörg-Eitel Rübenkraut, Jahrgang 1936, über seine fesselnden Experimente mit monotonistischer Musik. Rübenkraut, der trotz seiner Jugend schon zu einem unverwechselbaren Personalstil gefunden hat, ist vielfacher Preisträger internationaler Musikwettbewerbe. Sein bisher wohl reifstes Werk, die „Monotonismen XII“, schuf er als Auftragswerk des Rundfunks. In einem Gespräch mit dem bekannten Musikpublizisten Dr. Federstich wird der junge Komponist theoretische Probleme seiner Werke erörtern.

Dr. Federstich: Wir freuen uns, Sie hier zu haben, lieber Herr Rübenkraut, denn Sie gehören zweifellos zu den Begabtesten und Einfallsreichsten der jungen Generation. Worin liegt nun das Neue Ihrer Kompositionsweise?

Rübenkraut: Das Prinzip ist schnell erklärt: Ich versuche, Musik mit nur einem Ton zu machen. Angeregt wurde ich durch die bekannten monochromen Experimente in der Malerei, wo man großartige Ergebnisse mit einfarbigen Bildern erzielt hat.

Federstich: Glauben Sie, daß man schöpferische Ideen aus der Malerei in die Musik übernehmen kann?

Rübenkraut: Warum nicht? Man hat früher impressionistisch gemalt und impressionistisch komponiert; später geschah Ähnliches im Expressionismus. Warum sollte man heute nicht das monochrome Prinzip ins Monotonistische transponieren?

Federstich: Sie betrachten also die Monochromie als einen Stil, den Sie neben den Impressionismus und Expressionismus stellen.