Funk

Da es wider die Natur ist, einem Produktionswilligen Enthaltsamkeit zu empfehlen, möchte man nur zur bundesüblichen Sparsamkeit raten. Gemeint ist der Deutschlandfunk. Bislang war er der einzige Sender, von dem man gewiß sein konnte, daß er nur Qualitätshörspiele lieferte. Der Grund: Die Produktionsmöglichkeiten waren gering, und so beschränkte man sich weise auf die Auswahl der besten Hörspiele aus dem Programm anderer Sender. Am vergangenen Wochenende konnte man beispielsweise Friedrich Dürrenmatts „Das Unternehmen der Wega“ empfangen: Ein Muster der Aufklärung über das Ideal der Freiheit, ein Muster auch für die Aufgeschlossenheit des Hörspiels gegenüber utopischen Stoffen.

Nun soll also noch die Eigenproduktion hinzutreten. Abgesehen davon, daß sich damit die Struktur der Programmgestaltung wandelt, ist es sehr die Frage, ob man sich selbst damit einen Gefallen tut. Die zwei Versuche, die wir bisher hörten, blusen ins politische Hörnchen und waren textlich und in der Produktion nicht konkurrenzfähig mit dem Gastspielprogramm. Man sollte es sich also dreimal überlegen, ehe man einmal als Produzent auftritt. kli