Lieber Lyndon, vielen Dank für Ihren Brief vom 24., den ich leider erst heute beantworten kann, weil ich Besuch hatte – Ben Bella, netter Kerl übrigens – und Reisevorbereitungen für Ägypten treffen mußte. Dieser verdammte Damm wächst uns langsam über den Kopf. Vielleicht hatte Dulles gar nicht so unrecht damals.

Die Chinesen werden immer frecher. Auch die Rumänen. Wenn es nicht Panama und de Gaulle gäbe, könnte man verzweifeln.

Hoffentlich haben Sie Verständnis für unseren Protest gegen. Ihre Erkundungsflüge über Kuba. Könnten Sie so was nicht etwas diskreter erledigen lassen? Wenn Sie schon unbedingt dort herumfliegen – könnten Sie nicht mal feststellen, was die Chinesen auf Kuba treiben?

Viele Grüße, Ihr Nikita.

P. S. Ihr neuer ghostwriter schreibt einen gepflegten Stil – aber leider so unpersönlich.

Lieber Nikita, von diesem Brief weiß der ghost-writer nichts. Wollen Sie de Gaulle als Verbündeten haben und geben uns dafür China? Die Franzosen sind fest entschlossen, auch den Welttierschutzverein zu verlassen, wenn Formosa nicht ausgeschlossen wird. Ich war sehr erfreut darüber, daß in Laos Ihr Prinz und mein Prinz nicht unseren Prinzen gestürzt haben – da mußte diese Odessa-Sache passieren. Wenn Sie wieder unsere Attaches mit Drogen betäuben, überlassen wir Südvietnam den Chinesen.

Recht freundliche Grüße, Ihr. Lyndon.