In Krisenstimmung begann im Haag die Frühjahrstagung der NATO, mit Außen-, ohne Verteidigungsminister. Pentagon-Boß Robert S. McNamara und Kai-Uwe von Hassel einigten sich in Bonn über den Ankauf von drei Raketenzerstörern für die Bundesmarine. Das Bundesverteidigungsministerium tauft deutschen Standardpanzer auf den Namen „Leopard“. Henschel-Generaldirektor Fritz Aurel Goergen wurde „wegen Haftpsychose“ von Kassel auf den Hohenasperg verlegt. Hanns-Heinz (Photo) Porst wurde unter Verdacht der Steuerhinterziehung verhaftet.

Die Bundesregierung verspricht dem Fusionsstaat Tanganjika/Sansibar Militärhilfe. Algeriens Staatschef Ben Bella besuchte Sofia und Prag. Nikita Chruschtschow reiste per Schiff nach Ägypten. Englische Berichte über ägyptische Atom-Rüstung wurden eingeschränkt. Hans-Walter Zech-Nenntwich zeigt STERN-Reportern in Kairo ein ägyptisches Visum. Israel unternimmt erste Versuche bei der Ableitung des Jordan-Wassers. Tunesien provoziert durch Enteignung französischen Landbesitzes einen Konflikt mit Paris.

China läßt sich für die von Moskau gewünschte Kommunistische Welt-Konferenz vier bis fünf Jahre Zeit. Peking erlaubt christliche Taufe nur gegen Garantie künftiger kommunistischer Linientreue des Täuflings. Nunmehr erhalten auch Touristen aus der Bundesrepublik Einreisevisa für China.

Italiens Staatspräsident Antonio Segni erhält am Himmelsfahrtstag in Aachen den Karlspreis. Das Richtfest des Bonner Kanzlerhauses wurde unter Ausschluß der Presse gefeiert. An einem Tag im Mai sind sämtliche Bundesminister, bis auf zwei, und der Bundespräsident von Bonn abwesend.

Angelsächsische Militärattachés erwachen nach einem Abendessen in Odessa mit Vergiftungserscheinungen. Desertierter US-Offizier kehrt aus der DDR zurück.

Polen erwägt Beteiligung an der Kennedy-Runde. Das Steueraufkommen an der Ruhr ist rückläufig. Der Eingang von Stahlaufträgen steigt an. Die Tarifpartner in der Metallindustrie Unterzeichnen ein Schlichtungsabkommen. Pan American World Airways verdoppelten im letzten Jahr den Gewinn.

*