Präsident Kennedys „Allianz für den Fortschritt“, das kühne Zehn-Jahres-Programm für friedliche demokratisch-soziale Reformen in Lateinamerika, wurde vorige Woche beerdigt. So erschien es jedenfalls vielen Lateinamerikanern. Einer der letzten engen Berater Kennedys, der noch in Johnsons Diensten stand, nahm seinen Hut: Teodoro Moscoso, US-Vertreter im Interamerikanischen Komitee der Allianz. Seit langem hatte er sich mit Johnsons Lateinamerika-Experten Thomas C. Mann überworfen. Die neuen Männer brachen mit dem Grundsatz Kennedys, undemokratischen Regimes (wie etwa Brasilien) Anerkennung und Wirtschaftshilfe zu versagen. Sie sind weniger auf Sozialreformen als auf wirtschaftliches Wachstum bedacht.