Die Experten der Bundesregierung haben ausgerechnet, daß für die Wiedergutmachung insgesamt rund 40 Milliarden ausgegeben wurden. Das ist etwa fünfmal mehr als ursprünglich geschätzt worden war. Angesichts dieser Leistungen empfindet man in Bonn die Warnung jüdischer Verfolgtenverbände, es sei der gesamte psychologische Effekt des Wiedergutmachungswerkes in Frage gestellt, wenn neue, zusätzliche Forderungen nicht im vollen geforderten Umfang erfüllt würden, als unangemessen. Die Verfolgten fordern die Verlängerung der Anmeldefrist für nach 1953 aus den kommunistischen Ländern geflüchteten Juden. Ihre Sprecher meinen, der zur Befriedigung ihrer Forderungen vom Bundesfinanzministerium vorgeschlagene Härtefonds von 600 Millionen DM reiche bei weitem nicht aus. Das Bundesfinanzministerium dagegen glaubt, es könnten mit Hilfe dieses Härtefonds den Verfolgten dieser Gruppe genau die gleichen Entschädigungssätze gezahlt werden, wie sie in den Wiedergutmachungsverträgen mit zehn europäischen Staaten vereinbart wurden. D. Z.