Kein Unterschied

Keine Neuigkeit ist auch eine Neuigkeit“. So kommentierte Sir Bernard Lovell, der Direktor des Nuffield Radio-Observatoriums in Jodrell Bank, England, das Ergebnis, zu dem er und seine beiden amerikanischen Kollegen Fred L. Whipple und Leonard H. Solomon gelangt sind.

Die drei Wissenschaftler stellten fest: Licht- und Radiowellen pflanzen sich mit der gleichen Geschwindigkeit fort (rund 300 000 Kilometer pro Sekunde). Damit wurde eine Grundannahme der Physik bestätigt.

Dieses unsensationelle, jedoch keinesfalls unwichtige Resultat ergaben Messungen an Ceti-Sternen, auch Flare-Sterne genannt, die gelegentlich kurz aufleuchten. Diese Helligkeitsausbruche, die nicht länger als 10 bis 15 Minuten dauern, wurden optisch zur gleichen Zeit registriert wie die Radiowellen, die bei jenen Flares ebenfalls ausgesandt werden.

Da es sich bei den beobachteten Sternen um Objekte handelt, die bis zu 50 Lichtjahre von der Erde entfernt sind, besagt das Ergebnis präzise: Wenn es einen Unterschied zwischen der Lehr- und der Radiowellen-Geschwindigkeit geben sollte, dann müßte diese Differenz geringer als 300 Meter pro Sekunde, also relativ winzig sein.

Die drei Astronomen veröffentlichten ihr „negatives“ Beobachtungsergebnis in der englischen Wissenschafts-Zeitschrift „Nature“. Der Kommentar eines deutschen Physikers: „Es hat zwar niemand etwas anderes erwartet, aber es gibt einem doch das angenehme Gefühl, auf etwas festerem Boden zu stehen.“