Mit einer Überraschung endete die Präsidentenwahl in Panama: der demagogische Expräsident Arnulfo Arias unterlag dem farblosen Bankier und Viehzüchter Marco A. Robles.

Als Justizminister hatte Robles in den letzten Jahren mit der Unterwelt aufgeräumt. Aber das allein hätte kaum für einen Wahlsieg gereicht, denn die abtretende Regierung Chiari stand ansonsten in dem Geruch totaler Unfähigkeit und Korruption. Robles Stimmenvorsprung ging wohl auch eher auf das Konto der „antiimperialistischen“ Politik Chiaris, die nach den Zusammenstößen im Januar im Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu den USA gipfelte. Für Washington ist der umgängliche Robles dennoch ein besserer Gesprächspartner als der unberechenbare Arias. Zwar fordert auch er eine Revision des Kanalvertrages von 1903, Souveränität für die Kanalzone und einen höheren Anteil an den Kanalgebühren. Aber er mag einem Kompromiß geneigter sein als Chiari, den er im Herbst ablöst.