Mit magischen Zahlen wird der Zufall überlistet

Von Thomas v. Randow

Hochintelligente Kinder sind in der Regel zarter, anfälliger gegen Krankheiten und nervöser als ihre durchschnittlich begabten Altersgenossen. Wen würde diese Behauptung wundern? Bestätigt sie nicht geradezu unsere Vorstellung vom asthenischen Wunderkind?

Tatsächlich stimmt die Behauptung nicht; im Gegenteil: außergewöhnlich begabte Kinder sind sogar. etwas robuster als der Durchschnitt. So jedenfalls lautet das Ergebnis einer statistischen Untersuchung an tausend kleinen Genies und einer Vergleichsgruppe aus tausend Kindern mit normaler Intelligenz.

Je länger eine Frau ihre Babys stillt, desto weniger läuft sie Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken; Pessimisten verursachen mehr Verkehrsunfälle als Optimisten; Leute, die oft Ärger herunterschlucken, müssen, leiden häufiger an Rheuma als andere; das höchste Alter, das in den nächsten fünfzig Jahren ein Schwede erreicht, wird 108 Jahre betragen; nur einmal kommt es in zehntausend Jahren vor, daß ein Mensch von einem Meteoriten erschlagen wird ...

Das alles lehrt uns die Statistik. Statistisch wies der Hamburger Professor Widukind Lenz nach, daß Mißbildungen bei Neugeborenen auf die Einnahme von Contergan während der Schwangerschaft zurückzuführen waren; statistische Methoden führten zur Entdeckung der erdumspannend den Strahlungsgürtel, zu den ersten Erfolgen bei der Entzifferung des genetischen Codes, zur Datierung der Papyri vom Toten Meer und den grundlegenden Erkenntnissen der Kernphysik.

Vielgeschmähte Wissenschaft