Stärker als im Durchschnitt des Bundesgebietes ist im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein die Industrieproduktion gestiegen. Sie nahm um 6 Prozent zu, während im Bundesgebiet eine Steigerungsrate von 3,8 Prozent verzeichnet wurde. Besonders die feinmechanische und optische Industrie sowie der Schiffbau im nördlichsten Bundesland machten umsatzmäßig miteinem Wachstum von 16 Prozent einen Sprung nach vorn.

Kein Wunder, daß die Landesbank und Girozentrale Schleswig-Holstein, Kiel, deren Geschäftsbericht wir diese Angaben entnehmen, im Schiffskreditgeschäft von einem beträchtlich erhöhten Neugeschäft berichten kann. Von 80 Millionen DM im Vorjahr auf 147 Millionen DM nahmen alle Neuausleihungen 1963 zu. Davon entfallen allein 120 Millionen DM auf Großkredite, die 1 Million DM übersteigen.

Weniger stürmisch, aber doch stetig gewachsen sind die Ausleihungen an andere Wirtschaftsbereiche. Während die Anteile des Wohnungsbaues und der öffentlichen Hand an der Kreditgewährung weiter zunahmen, sind die Quoten der gewerblichen Wirtschaft, der Landwirtschaft und der Kreditinstitute demgegenüber gesunken.

In absoluten Zahlen ist das Kreditvolumen der Bank um 364 Millionen auf 2,98 Milliarden DM gewachsen. Das Geschäft wurde fast ausschließlich vom langfristigen Sektor getragen. Denn einmal reduzierten die angeschlossenen Sparkassen, die öffentliche Hand und einige Großkunden ihre Termineinlagen. Zum anderen war auch kein nennenswerter Anstieg der kurzfristigen Ausleihungen (Wechsel und Debitoren) zu verzeichnen. Deshalb lag auch das Wachstum der Bilanzsumme mit knapp 10 Prozent beträchtlich unter dem Zuwachs von fast 18 Prozent im Vorjahr.

Immerhin kann die Bank mit der Entwicklung dennoch sehr zufrieden sein. Sprach der Vorstand in seinem Bericht im Vorjahr nur von einem „im ganzen erfreulichen Jahr“, so nannte er das Ergebnis für 1963 „erfreulich“. Das ist verständlich. Denn die Ertragslage hat sich gebessert. Aus der Bilanz ist ein Gewinn von 9,5 (Vorjahr 7,1) Millionen abzulesen, von dem 7 (6) Millionen in die Rücklagen wandern und der Rest als fünfprozentige Dividende für das Land und den zuständigen Sparkassenverband Verwendung findet.

W. W.