Die Beziehungen zwischen Paris und Tunis waren gut, seitdem die Franzosen den Flottenstützpunkt Bizerta räumten. Letzte Woche trat eine jähe Verschlechterung ein: Präsident Habib Burgiba ließ allen französischen Landbesitz enteignen. Offensichtlich wollte er nicht länger hinter Ben Bella zurückstehen.

Paris schlug hart zurück. Die französische Finanzhilfe für Tunesien wurde sofort gestoppt: 100 Millionen Mark Anleihen, 68 Millionen Mark Lieferkredite. Die technischen und pädagogischen Hilfsprogramme wurden eingestellt, alle Vergünstigungen für Agrarimporte gestrichen.

Für Burgiba hat dies bittere Konsequenzen. Immerhin arbeiten 334 fran-

Nicht nur Mitteleuropa hat seine Flüchtlingsprobleme. Unermeßlich größer ist das Flüchtlingselend in Teilen Asiens und Afrika.

Vorige Woche mußte die Regierung von Uganda „mit großem Schmerz“ ihre Grenzen schließen, über die seit 1955 von zösische Techniker und 1317 Lehrer in Tunesien, deren Gehälter zur Hälfte Frankreich aufbringt. Außerdem unterrichten 1500 Lehrer an französischen Schulen. Frankreich ist wichtigster Kapitalgeber und größter Handelspartner Tunesiens. Es nimmt fast die gesamte Weinernte ab, die 20 Prozent der Exporterlöse einbringt. Französisches Kapital ist zu 50 Prozent an den Phosphatunternehmen beteiligt (gleichfalls 20 Prozent der Exportunternehmen). Die 50 000 französischen Einwohner in Tunesien sind gut zahlende Kunden.

Etwa 300 000 Hektar Grund und Boden gehören noch Franzosen, Italienern, Maltesern, Schweizern und anderen Ausallen Seiten Flüchtlinge einströmten.

„Jetzt können wir nicht mehr“, sagte ein Minister in Kampala. UN-Hilfsorganisationen, das Rote Kreuz, die Kirchen müssen vielerorts aushelfen, aber auch ihre Mittel reichen nie aus. Einige Flüchtlingsbewegungen – auf dem indischen ländern – die Hälfte davon den 800 französischen Siedlern, 120 000 Hektar französischen Agrargesellschaften. Deren Gesellschaftsbesitz soll schon in vier Wochen tunesisch werden, der private bis zum Jahresende.

Zur selben Stunde, als Bargiba die Enteignung verkündete, begannen in Algier Verhandlungen über eines größeren algerischen Anteil an den französischen Sahara-Ölprofiten. Mit einem Sack voller Hilfsangebote kehrte Ben Bella aus Moskau, Sofia und Prag zurück. Chruschtschow setzte in Kairo seinen Fuß auf afrikanischen Boden. Glaibte Tunesiens Staatspräsident, es sei besser, etwas Falsches als gar nichts zu tun! Subkontinent und von Rotchina nach Hongkong – dauern seit 1947 an. Aus den 500 000 Arabern, die vor vierzehn Jahren während des Krieges in Palästina flohen und seither außerhalb der israelischen Grenzen dahinvegetieren, sind mittlerweile 1,2 Millionen geworden.