Gas mit Knoblaucharoma

Als geeignetes Mittel, Unglücksfälle durch Haushaltsgas zu verhüten, empfahl der Ministerrat der EWG vor drei Jahren, dem Gas stark riechende Substanzen zuzusetzen. Undichte Stellen, die vor allem an Zählerhähnen und Rohrverschraubungen auftreten, können so ebenso wie größere Defekte im Leitungsnetz entdeckt und beseitigt werden, bevor es zu Vergiftungen oder Explosionen kommt.

Inzwischen liegt, wie die „Umschau in Wissenschaft und Technik“ berichtet, eine ganze Reihe von Erfahrungen mit der Gas-Odorierung vor. Verwendet wurden zwei Gruppen von übelriechenden Duftstoffen: die sogenannten Mercaptane – das sind schwefelhaltige Alkohole – und eine andere Schwefelverbindung, das Tetrahydrothiophen. Die Mercaptane besitzen einen außerordentlich unangenehmen, fauligen Geruch mit Knoblaucharoma. Der Geruch des Tetrahydrothiophens ähnelt dem des Steinkohlengases. Je Kubikmeter Gas wurden bei Versuchen zehn bis 60 Milligramm Geruchsstoff zugesetzt.

Da sich die Verbraucher über den Gestank des Mercaptans beschwerten, kommt für die Gas-Odorierung vor allem das Tetrahydrothiophen in Frage. Als günstigste Anwendung erwies sich für den Winter dauernder Zusatz des Geruchsstoffes, da das Leitungsnetz in der kalten Jahreszeit ständig gefährdet ist. Im Sommer hingegen soll der Geruchsstoff von Zeit zu Zeit stoßweise in hoher Konzentration dem Gas zugesetzt werden – jeweils in einem Stadtteil nach dem anderen, damit der Störungsdienst nicht zusammenbricht.

UNESCO fördert die Erdbebenforschung

Trotz; großer Bemühungen ist es den Wissenschaftlern noch nicht gelungen, Erdbeben vorauszusagen. Aber das soll anders werden. Die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit in Erziehung, Wissenschaft und Kultur, hat sich jetzt eingeschaltet.

Die Mitgliedstaaten wollen Geld für die Erdbebenforschung zur Verfügung stellen. Ende letzten Monats versammelten sich Wissenschaftler aus 30 Ländern in Paris zu einer UNESCO-Konferenz, um über Forschungsprojekte zu diskutieren, die zu exakter Erdbebenvorhersage führen könnten. Eine wichtige Rolle bei diesen Überlegungen spielen die hochempfindlichen Erderschütterungsmesser, die zur Entdeckung heimlicher Atombombenversuche entwickelt wurden. Die Erdbebenexperten hoffen, mit Hilfe dieser Geräte herauszubekommen, was sich bei einem Beben in der Tiefe eigentlich abspielt und welche Anzeichen ein bedrohliches Beben ankündigen.