Ein Kunstwerk hängt nicht davon ab, ob seine Gegenstände moralisch sind, sondern von der wahrheitsgetreuen Darstellung wessen auch immer. Pablo Picasso

Diskriminierung mal umgekehrt

Eine ernste politische Krise hat Bert Brechts „Kaukasischer Kreidekreis“ in Afrika heraufbeschworen. Athol Fugard, ein weißer Afrikaner, wollte das Stück in Lusaka mit einer schwarzweißen Besetzung inszenieren, die weibliche Hauptrolle sollte die Frau des Ministers Kalulu übernehmen. Der Krach begann, als einige weiße männliche Mitglieder nach den Proben mit einigen dunkelhäutigen Damen zum Tanze gingen und bei diesem Unternehmen von Jungmitgliedem der regierenden Unabhängigkeitspartei mit dem massierten Zuruf „Laßt die Finger von unseren Frauen“ gestört wurden. Die erschrockenen Mädchen flüchteten, Frau Kalulu trat von ihrer Rolle zurück, und Fugard wurde auf Veranlassung von Minister Kalulu mit Ausweisung aus dem Staate Lusaka gedroht.

Agatha Christies allerletzter Roman

Eine einer Kriminalromanschriftstellerin würdige Erklärung hat Agatha Christie abgegeben: sie habe ihren endgültig letzten Roman um die Person des kleinen belgischen Detektivs Poirot geschrieben und werde demnächst noch weitere Poirot-Geschichten zu Papier bringen. Des Rätsels Lösung für Nicht-Detektive: Das soeben vollendete Buch wird sie ihrem Rechtsanwalt übergeben mit der Auflage, es erst nach ihrem Tode zu veröffentlichen.

Preis für Gisela

Die Schwabinger Kulturpreise in diesem Jahr wurden dem Komponisten Karl von Feilitzsch, dem Maler Oswald Malura, dem Publizisten Rolf Flügel, dem Bildhauer Ferdinand Filier und der Sängerin des Nowack, der Nachtlokal-Besitzerin Gisela Jonas verliehen. Schwabing ist Schwabing.