Die Nachricht kommt aus Washington. Die Boeing Flugzeugwerke, so heißt es, verhandeln mit den deutschen Luftfahrtunternehmen Bölkow Entwicklungen KG in München über eine Beteiligung. Es wird von einem Gesellschaftsanteil zwischen 25 und 40 Prozent gesprochen. Der Faden, der vor etwa zwei Jahren abriß, wird von den Amerikanern also wieder angeknüpft.

Damals erteilte Ludwig Bölkow seinen Geschäftsfreunden jenseits des Atlantik eine vorläufige Absage, weil das Bundesverteidigungsministerium über eine amerikanische Beteiligung nicht sehr glücklich gewesen wäre und sich zudem für eine Fusion der süddeutschen Luftfahrtunternehmen stark machte. Die Fusion scheiterte am Starrsinn von Luftfahrtindustriellen wie Dornier, Messerschmitt oder Heinkel, denen Name und Tradition mehr bedeutet als wirtschaftliche Vernunft.

Nicht Selbstzweck sollte eine solche Fusion sein, sondern die Voraussetzung für internationale Zusammenarbeit und Verflechtung leistungsfähiger Unternehmen. So ist der Weg Bölkows zwar logisch, aber er ist die Resignation oder Kapitulation vor der Aufgabe, der deutschen Luftfahrtindustrie eine lebensfähige Form zu geben. hm