Welche Früchte eine zielstrebige Rationalisierung tragen kann, beweist die Kali-Chemie Aktiengesellschaft, Hannover, mit ihrem für 1963 vorgelegten Geschäftsbericht. Das Unternehmen – an dem die Solvay & Cie., Brüssel, über die Deutsche Solvay Werke GmbH maßgeblich beteiligt ist – konnte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 8,3 Prozent auf 226,9 Millionen Mark steigern, obwohl die Belegschaft um 5 Prozent auf 5350 Beschäftigte bis zum Jahresende abgebaut wurde. Damit sind Ende 1963 nicht mehr Mitarbeiter bei der Kali-Chemie tätig als 1954. Der Umsatz ist dagegen im gleichen Zeitraum um etwa 50 Prozent gestiegen. Der Konzernumsatz erreichte im vergangenen Jahr 244 (Vorjahr 223) Millionen Mark.

Bemerkenswert ist die Umsatzsteigerung, weil 1962 die Verkäufe der Kali-Chemie um 2 Prozent rückläufig waren. Auch 1963 herrschte scharfer Preiswettbewerb, denn die wertmäßige Umsatzzunahme blieb hinter der Mengensteigerung zurück. Insbesondere konnte der Export nicht so kräftig ausgedehnt werden. Er nahm um 5,9 Prozent zu und beträgt damit noch ein Viertel des Gesamtumsatzes gegenüber 26 Prozent in 1962 und 29 Prozent im Jahr 1961.

Durch die Verminderung der Mitarbeiter um 250 Personen – vor allem Ausländer – gelang es der Kali-Chemie, die Personal- und Sozialaufwendungen im Berichtsjahr trotz höherer Tarife konstant auf 67 Millionen Mark zu halten. Dafür kletterten die sonstigen Aufwendungen von 14,2 auf 17,8 Millionen Mark, vor allem „auf Grund der Geschäftsausweitung“, wie es im Jahresbericht heißt.

Dennoch kann die Kali-Chemie mit dem Jahresergebnis zufrieden sein. Der Jahresüberschuß liegt mit 8,17 Millionen um fast eine Million Mark über der Vorjahrssumme. Der Mehrbetrag kommt voll den Rücklagen zugute, die nach der Erhöhung um 1,5 nun mit 33,4 Millionen zu Buche stehen. Bei einem Grundkapital von 55 Millionen ist das ein ansehnlicher Betrag. Die Aktionäre erhalten wieder – wie seit der Erhöhung des Kapitals aus Gesellschaftsmitteln im Mai 1960 im Verhältnis 2:1 – eine 12prozentige Dividende. Das entspricht einer 18prozentigen Verzinsung des ursprünglichen Kapitals.

W. W.