Von Werner Höfer

Düsseldorf, das sich gern als „Tochter Europas“ und als „rheinisches Paris“ feiern läßt, hat sich durch raffiniertes Make-up und reizvollen Schmuck in eine Lady verwandelt. Für eine Woche wirkt die Landeshauptstadt am Rhein fast so englisch wie – Hamburg. Auf leisen Pneus schleichen die Bentleys und Jaguars durch die geschmückten Straßen. Rolls Royces sieht man fast mehr als Volkswagen, Bobbies regeln den Verkehr, Busse und Taxis schaukeln über die Königsallee, Dudelsackpfeifer betätigen sich als Straßenmusikanten, Schaufenster zeigen eine verführerische Fülle britischer Waren. Und vor dem Park-Hotel steht steif, aber nicht ohne ein gewisses Lächeln, ein Soldat mit der Bärenfellmütze – wie vor Buckingham Palace.

Dieses Hotel war zur Besatzungszeit einmal fest in englischer Hand. Und daher sind die Gentlemen, die an diesem Morgen die Halle bevölkern, fast alle schon mal hiergewesen – als Offiziere, als Controler, als Sieger. Auch der prominenteste Gast, der zur Eröffnung der Britischen Woche gekommen ist: Edward Heath.

„Bevor ich andere frage, erlauben Sie mir, Mr. Heath, Sie selbst zu fragen: Wie ist gegenwärtig Ihr genauer Titel? Man hat Sie hierzulande noch als ‚Europaminister‘ in Erinnerung.“

„Ich bin Staatssekretär für Industrie, Handel und regionale Entwicklung. Ich glaube aber, es genügt, wenn die Deutschen mich für den englischen Handelsminister halten.“

„Staatssekretär?“

„Sie müssen wissen, daß bei uns die Bezeichnungen für die Regierungsämter genau umgekehrt sind als bei Ihnen: die Staatssekretäre‘ sind die ersten und die ‚Minister‘ die zweiten Männer.“